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Der scheinheilige Rationalismus vor dem Richterstuhl der h. Schrift : Resumé der Bremer Kirchenfehde
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solche vermöchte, der Liebe des vollkommenen Gottes denadäquaten Gegenstand darzubieten. Gottes Liebe konnteihr entsprechendes Object nur finden in einem reinen, dieganze Fülle der eigenen Vollkommenheit umschließendensubstantiellen Ebenbilde des eigenen Wesens; oder in einemandern, lebendigen Selbst; und indem uns nun dieSchrift dieses andere Ich des Baters in dem ewigen und»geliebten Sohne« (Matth. 3, 17.) vorführt, befrie-digt sie auch jenes speculative Bedürfniß unsers Gei-stes, welchem der Uni tari sm u s nimmer Genüge thut, unddem der Polytheismus durch Vielgötterei, der Pantheismusgar durch Aufhebung und Verneinung des persönlichenGottes abzuhelfen sucht.—Mag die begriffliche Auffassungdes Gottinnerlichen Verhältnisses des heiligen Geisteszu Vater und Sohn schwieriger erscheinen, als diejenigedes Verhältnisses zwischen Sohn und Vater, so ist dochdie Vorstellung nicht ohne Licht und Wahrheit, nach wel-cher der heilige Geist (vergl. Sartorius in der »Lehrevon der heil. Liebe«) als »die erwiedernde, gegenseitige Liebedes Vaters und Sohnes, wie sie von beiden aus-, aberdarum doch nicht in zwei Auswirkungen auseinander geht,sondern ihre Fülle eint und sich zur dritten Hypostase(zum dritten Ich, in der vollkommensten unzertrennlichstenEinigkeit des Wesens) concentrirt,« gedacht wird. —Doch wie gesagt, es liegt unserm Zwecke fern, auch demphilosophischen Verständniß Verhältnisse Gottes nichtzur Menschheit blos, sondern auch zu sich selber,plausibel machen zu wollen, die nur dem Glauben ge-offenbart sind, und über alle Vernunft der Menschen weithinausgehen. Wir erinnern uns daran, daß die Unbe-greiflichkeit Gottes mit zum Inhalt der Erkenntnißseines Wesens gehört, und gedenken des Baconischen:„^Vniimis nck nmplitmlinem m^steriorum ckilatetur, non Ma-sterin ncl nnZustins nuimi constringnntur." Uns lag nurdie Beweisführung ob, daß die Trinität mit Nichten die