ligen Geist) wird den Menschen nicht vergeben, wederin dieser, noch in jener Welt.« (Matth. 12, 31. 32.) Wennirgend ein Classiker in dem Grade mißhandelt würde, wiestch's Gottes Wort ohne Aufhören von der rationalistischenExegese muß gefallen lassen, die Philologen fallcten einmü-thig das Urtheil, daß die unvergebliche Sünde widerden Geist der Wissenschaft begangen sey. — Aber dieBibel ist die Verfehmte, mit welcher ungestraft ein Jedermachen kann, was ihm beliebt. — Hier wird nicht Demder Preis, der ihre Aussprüche am treusten zu ihrer wah-ren Bedeutung zu entfalten weiß; sondern wer am perfi-desten es versteht, sie ihres eigensten Gehaltes zu entleeren,und in die gangbare Münze der abgetragensten Gemeinplatzeumzuprägen, ist hier der Meister. —
Es liegt außerhalb der Grenzen meiner Aufgabe, nebender biblischen auch die spcculative Begründungder Dreieinigkeitslehre darzuthun, obwohl ich an der Mög-lichkeit auch dieser keinen Augenblick Zweifel hege, viel-mehr vollkommen denjenigen beipflichte, welche die Triasim göttlichen Wesen als schon mit der Idee eines per-sönlichen Gottes, der die Liebe ist, gesetzt betrach-ten. — Ein solcher Gott kann, wie wir schon angedeutethaben, »nicht als objectloses Subject gedacht werden,ohne daß man sich ihn, vor der Wcltschöpfung mindestens,in einem gebundenen, ja sein selber unbewußten Zustande,und als einen bei aller Allmacht, Liebe, Heiligkeit undWeisheit dennoch unthatigen, unliebenden, gedanken- undwillenlosen, in öder Einsamkeit selbstisch auf sich zurückge-zogenen Gott,« mithin als eine lebendige Negation seinerselbst, oder der wahren Gottesidee zu denken genöthigt ist.Ist Gott die Liebe, so folgt, daß es entweder eine ewigeWeltwar, die er liebend umfaßte, und in welcher seine Liebeihr Object fand; oder es war ein Anderes, das vor,außer und über der Welt existirte. — Von einer »ewigen«Welt weiß das Wort Gottes so wenig etwas, als eine
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