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Der scheinheilige Rationalismus vor dem Richterstuhl der h. Schrift : Resumé der Bremer Kirchenfehde
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und seines Reiches in reinen und deutlichen Zügen ausge-prägt zu schauen seyn. Wenn dem aber also ist, wiesollte das alte Testament für Christen keine Autorität, keineGeltung mehr haben — Ja es begegnet uns im altenTestamente jenes hehre Bild, vom Geiste der Weissagunggezeichnet, in ungleich umfassenderer und reicherer Darstel-lung als vielleicht die Propheten selbst, die »dem Sinndes Geistes in ihren eigenen Aussprüchen nachforschenmußten«, es noch in ihr Bewußtsein aufzunehmen imStande waren; und das alte Testament, in welchem nachRom. 1, 2, Hebr. 4, 2 u. s. w. ebensowol schon Evangeliumgepredigt wird, als im neuen, sollte nur ein Buch fürdie Juden seyn? Fürwahr, auf solche Gedanken kanneben nur ein Jude gerathen, dem das Rauchgewölk desSinai rückwärts und vorwärts die Aussicht verhüllte, undwelchem über der evangelischen Herrlichkeit, diedurch Moses und die Propheten so mächtig und reich hin-durchstrahlt, die Decke ruhen blieb, von welcher 1 Cor. 3,B. 14 u. 1ö die Rede ist. Dem Christen dagegen, welcherdas alte Testament nun erst der ganzen Fülle seinesgöttlichen Gehaltes nach erschlossen vor sich sieht, kehrtdasselbe, statt für ihn antiquirt zu seyn, seine volleglaubensstärkende und herzerfreuende Bedeutung zu, under ergeht sich dort nicht minder, wie in den Evangelienund apostolischen Briefen, auf den grünen Auen seiner se-ligsten Aussichten und seiner theuersten Ueberzeugungen.Und es sind nicht etwa blos die Weissagungen aufChristum im engeren Sinn des Wortes, in denen dieApostel dem alten Testamente ein fortgehendes göttlichesAnsehen vindiciren; auch das mosaische Gesetz, wieschon bewiesen wurde, behält mit allen seinen Forderungenund Drohungen für diejenigen, welche den Weg des Glau-bens an Christum nicht betreten mögen, seine volle göttlicheAutorität und Geltung. — Daß, wie Paniel S. 100behauptet, »auch selbst die sittlichen Vorschriften