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Der scheinheilige Rationalismus vor dem Richterstuhl der h. Schrift : Resumé der Bremer Kirchenfehde
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er, »spricht Gott zu ihnen.« Wen tadelt Gott? DieKinder Israel, weil sie den Gesetzesbund, den er mitihnen aufgerichtet, nicht gehalten haben. — »In diesemgottlichen Tadel aber gegen die Bundbrüchigen«, will derApostel sagen, »liegt zugleich ein Zeugniß für das Unzu-reichende dieses Bundes zur geistlichen Aufrichtung,Lebcndigmachung und Beseligung der gefallenen Menschen.«Darum verheißt Gott einen andern, von jenem insofernsehr verschiedenen Bund, als er der mittlerisch an unsrerStatt erfüllte Gesetzesbund ist, und sagt: »Siehe es kom-men die Tage, spricht der Herr, daß ich über das HausIsrael und über das Haus Iuda einen neuen Bund machenwill. Nicht nach dem Bund, den ich gemacht habe mit ihrenBatern, an dem Tage, da ich ihre Hand ergriff, sie auszu-führen aus Egyptenland. Denn sie sind nicht gebliebenin meinem Bund, so habe ich ihrer auch nicht wollen achten,spricht der Herr. Denn das ist der Bund, den ich machenwill dem Hause Israel nach diesen Tagen, spricht derHerr: Ich will geben meine Gesetze in ihren Sinn, undin ihr Herz will ich sie schreiben; und will ihr Gott seyn,und sie sollen mein Volk seyn. Und soll nicht lehren Je-mand seinen Nächsten, noch Jemand seinen Bruder, undsagen: Erkenne den Herrn; denn sie sollen mich Alle ken-nen, von dem Kleinsten an, bis zu dem Größten unterihnen. Denn ich will gnadig seyn ihrer Untugend, undihrer Sünde und ihrer Ungerechtigkeit will ich nicht mehr

gedenken!« Hier wird der Gna d en bund in Chri sto

im Gegensatz des Gcsetzesbundes dargestellt. >— Das Gesetzfordert nur, aber bietet zur Erfüllung seiner Vorschriftenkeine Kraft; Christus schreibt das Gesetz ins Herz, und gibtmit der Liebe zum Gesetze die Tüchtigkeit, dem Gesetz zu die-nen. Im Bunde des Gesetzes steht der Mensch sich selbstgelassen, und mag selber zusehn, wie er seiner SchuldigkeitGenüge leiste; im Gnadenbunde waltet der Geist der Erleuch-tung und der Stärke, und begabt den Menschen, und heiligt