im neuen Testamente durch den Geist in ihr Herz ge-schrieben , machte ihnen noch viel zu schaffen. >— IhrGewissen wurde nicht ganz frei, weil sie sich immer wie-der beschuldigen mußten, und die Erlösung nur erst»von ferne grüßten.« — Diesen Zustand will derApostel bezeichnen, wenn er Gal. 4, 1 u. 2 spricht: »Ichsage aber, so lange der Erbe ein Kind ist, so ist zwischenihm und einem Knechte kein Unterschied, ob er wohl einHerr ist aller Güter; sondern er ist unter Vormündern undPflegern bis auf die bestimmte Zeit vom Vater. Also auchwir, da wir Kinder waren, waren wir dienstbar unter denElementen der Welt.«
In keinerlei Weise ist also die Meinung des ApostelsGal. 4 und 9 die, als seyen Moses und die Propheten abro-girt. — Wie kann man nur einem solchem Mißverstandein's Garn gerathen? Ich erlaube mir, zum Ueberflußauch Olshausen's Erklärung beizufügen. (Comment,über den Brief Pauli an die Gal. S. 89): »Die Ausdrucks-weise (5rot^c7cr erklärt sich so, daß man zweiAuffassungsweisen des alten Testaments unterscheidet: dieäußerliche und die innerliche, die buchstäbliche und die gei-stige. Die innerliche und allein wahre erkennt in seinenRiten und Satzungen Hüllen tieferer Ideen; z. B. in derBeschneidung sieht sie die innerliche Reinigung der Seelen,die Herzensbeschneidung u. s. w.; wenn sie daher das Aeu-ßere auch nicht vernachlässigt; so faßt sie es doch stets imZusammenhange mit seiner Idee auf. Die äußere bleibtrein bei den Handlungen als solchen stehen, ohne die Ideezu berücksichtigen, die in ihnen liegt. So verfuhren dieIudaisten, und in dieser Gestalt erschien das alte Testa-ment nicht bloß als der Anfang des göttlichen Lebens,sondern auch als der Welt verfallen, als arm undgeistlos, unfähig zu bessern und Herzen zu verwandeln.Als einen Charakter des alten Testaments an sich könnenwir es aber nicht betrachten, daß es die <550^x7« rö xosztL