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Der scheinheilige Rationalismus vor dem Richterstuhl der h. Schrift : Resumé der Bremer Kirchenfehde
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Seite
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müssen, an welche die Jsraeliten irrthümlich, undohne Grund, als an unfehlbare Gottesoffenbarungenglaubten. Statt dessen aber leistet Jesus diesem Glau-ben überall nur Vorschub, und verweiset auf »Moses unddie Propheten« also auf den gesammten Canon, als aufein Gotteswort. Luc. 4, 17-2V schlagt Jesus in derSynagoge zu Nazareth die Schrift auf, lies't die StelleJesaias 61, 1. 2., und eröffnet der Versammlung: »Heuteist diese Schrift erfüllt vor euren Ohren!« Nach Pa-niels Ansicht wäre also diese Stelle Gottes Wort, derganze übrige Jesaias aber, so weit er sich keiner na-mentlichen Anführung Seitens Jesu zu erfreuen hat,trügliches Menschenwort. Welche unerhörte Behauptungen!liisum tonoalis mnioi! Paniel barbouillirt S. 99 inunbegreiflichster Willkühr weiter: Jesus habe das alte Te-stament nur da »für göttlich inspirirt erklart, wo Gottausdrücklich gesprochen habe.« Es sey einmal so!So spräche denn auch in der eben angeführten JesaianischenStelle Gott ausdrücklich. Jesus versichert, daß dort vonIhm, dem nun Erschienenen, die Rede sey; ja daß Erselbst dort von sich zeuge. So muß denn Paniel imVoraus schon einen Beweis hinnehmen, daß Jesus sichselbst für Gott erklärt habe. Oder ist der Sprechende injener Stelle der Prophet? Dann ist Paniel genöthigt,die Behauptung zurückzunehmen, daß Jesus nur solcheStellen als göttlich inspirirt ansehe, wo im alten Testa-mente »Gott ausdrücklich rede.« Ucbrigens ermangeltdie wunderliche Hypothese meines Gegners überhaupt jed-weden Grundes, denn Matth. 21, 42 z. B. bezeichnet Jesusdie Stelle Ps. 118, 22 als ein gleichfalls in Ihm zur Erfül-lung gekommenes göttliches Wcissagungs w ort, unddaß Gott der Herr da selbst gesprochen habe, dessen ge-schieht im Psalme mit Nichten » au sd r ü ck li ch e Meldung.«-So wäre denn die paniel'sche Meinung von einer»abgeschafften alttestamentlichen Religion«, und