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»nicht gekommen, das Gesetz auszulosen.« Werdas meinen wollte, wäre in einem »Wahn« befangen.(Matth. 5, 17.) »Auf Mosis Stuhl« (auf demLehrstuhl des mosaischen Gesetzes) sitzen die Schrift-gelehrten und Pharisäer, spricht Jesus Matth. 23, 2.Und was nun weiter? Etwa: »Aber ihr Gebot geht euchnichts mehr an?« — Im Gegentheil: »Alles, fährt erfort, was sie euch sagen, daß ihr halten sollet, das haltetund thut!« (V. 3) Und Solches sagt er nicht etwa nurdem jüdischen Volke, sondern auch den »eignen Jün-gern.« (V. 1) Hat euch nicht Moses das Gesetzgegeben? spricht er Joh. 7, 19, und setzt tadelndhinzu: »Und Niemand unter euch thut das Gesetz!«»Es ist leichter, ruft er Luc. 16, 17 aus, daß Him-mel und Erde vergehen, denn daß ein Strichleinvom Gesetze falle,« und Matth. 22, 42: »Du sollstlieben den Herrn deinen Gott u. s. w., und deinen Näch-sten als dich selbst. In diesen zweien Geboten hängtdas ganze Gesetz und die Propheten.« Im neuenTestament wird das alttestamentliche Gesetz nach seineminnersten Geistesgehalte exponirt und in das Herz ge-schrieben (Jerem. 31, 33. Hebr. 8, 16); es ist jedoch keinneues, sondern dasselbe Gesetz, das auch die Alten kannten.>— Christus predigt ferner keinen neuen Weg zur Selig-keit. Er verkündet dasselbe Evangelium, das in derVerheißung auch schon den Gläubigen Israels ihresganzen Trostes einiger Grund und Urquell war. — Jesusspricht Joh. 8, V. 37 zu den Juden: »Ich weiß wohl,daß ihr Abrahams Samen seyd; aber ihr suchet mich zutodten u. s. w.« >— Die Juden erwiedern: »Ja, wir sindAbrahams Samen.« Jesus spricht: »Wenn ihr AbrahamsKinder wäret, so thätet ihr Abrahams Werke« (d. i.so glaubtet ihr an mich.) V. 39. »Abraham, euer Vater,ward froh, daß er meinen Tag sehen sollte, (er glaubtemithin an Christum, und war selig in diesem Glauben)