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Der scheinheilige Rationalismus vor dem Richterstuhl der h. Schrift : Resumé der Bremer Kirchenfehde
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Seite
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verkennende Voraussetzung. Christus selbst protestirt Matth.

5, 17. 18. auf das entschiedenste dagegen: »Ihr solltnicht wähnen« spricht er, »daß ich gekommen bindas Gesetz und die Propheten anfzillösen. Ichbin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu er-füllen. (zu bestätigen, zu verwirklichen, zu entwickeln undanzuwenden.) Denn wahrlich, ich sage euch, bisdaß Himmel und Erde vergehen, wird nicht ver-gehen der kleinste Buchstabe, noch ein Strich-lein vom Gesetz, bis daß es Alles geschehe.«Mit Christo tritt eine neue Entwickelungsstufe des Rei-ches Gottes ein; aber Christus bringt keine »neueReligion.« Dem Dogma, wie dem Moralgcsetz desalten Testamentes bleibt die volle Geltung. Christusverkündet denselben Gott, der den Erzvätern und Prophe-ten sich offenbarte, und von ihnen gepredigt und gepriesenwird. Diesen Gott nennt Christus seinen Vater. VonIhm (keinem nationellcn Particular-Gott, sondern demGottc, den auch die vorchristlichen Heiligen als den Herrnder Welt, und als den erkannten, der auch einst dieHeiden unter das Zepter seines Gnadenreiches sam-meln werde,) leitet er seine Sendung her, wie er sich alsvon Ihm verheißen darstellt. In dem: »Du sollst anbetenden Herrn deinen Gott und ihm allein dienen« (5 Mos.

6, 13) sieht er die Anbetung Seines Vaters geboten.(Matth. 4, 10) Moses hat in dem Gott Abrahams, Jsaaksund Jakobs den »rechten Herrn erkannt. « (Luc. 20,37. 38.) Aus dem Munde des wahren Gottes vernimmtMoses 2 Mos. 3, 6 die Worte: »Ich bin der Gott Abra-hams u. s. w.« Derjenige, der »in der Schrift« d. i.dem alten Testament von ihm zeugte, war »sein Vater«,und das alte Testament ist »seines Vaters Wort.«(Joh. 5, 37 39.) > Christus lehrt kein neues Siiten-gcsetz. Das alte bleibt als der ewige Ausdruck des gött-lichen Willens in seiner vollen Autorität. Christus ist