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und geht doch seine unverholene Ansicht dahin, daß Alles,was etwa da und dort noch von einsamen Blumen rei-nerer Lehren und Ideen auf dem wüsten Acker wachse,nichts Anderes sey, als was ein Jeder ohnehin schon imGarten seines natürlichen Bewußtseins finde.
Paniel erachtet sich zu dieser seiner herabwürdigendenMeinung vom alten Testamente sogar biblisch und kirch-lich befugt. — Die Berechtigungen zu seinem Unglaubengeben ihm, wie er S. 15 uns versichert 1) Christusselbst, 2) die Apostel, 3) die Reformatoren. — Wirwissen nicht, was wir an dieser Versicherung mehr bewun-dern sollen: die Naivetat und die Einfalt, oder die Keck-heit und den Front. — Wohlan, untersuchen wir desMannes angebliche Vollmachtsbriefe. —
Er beruft sich zuerst auf Christus selbst: »Christus,heißt es pnK. 100, war der Stifter einer ganz neue»Religionsverfassung. Die Religion des alten Testa-mentes ist seit Christi Erscheinen abrogirt. Selbst diesittlichen Vorschriften des alten Testamentes wurdendurch ihn abgeschafft.« So Paniel S. 15 u. 10V. Wasist an dieser Behauptung Wahres? Wahr ist zuvör-derst, daß der typisch ceremoniale Inhalt des alten He-braismus in Christo abgethan, weil in ihm erfüllt ist. (Col.2, 17) Wahr ist zum Andern, daß Christus eine großeMenge der alttestamentlichen Weissagungen insofern außerCours setzte, als er sie in sich realisirte. Wahr ist end-lich, daß er die Lehrbegriffe und sittlichen Vorschriften desalten Testamentes weiter ausgedeutet, und sie zur voll-endeten Klarheit erhoben hat. — Daß er aber »die alt-tcstamentliche Religion mit ihren Dogmen und Mo-ralgeboten abgeschafft, und eine wesentlich neuegestiftet« habe, das ist, auf's gelindeste benannt, eineabsurde, die ganze großartige Architektonik des gött-lichen Offenbarungswortes auf die oberflächlichste Weise
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