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sie dar, und dem sündigen Menschen wird sie um-
sonst, geschenksweise zugerechnet. — Der Glaube, derdiese aus Gnaden dargebotene Gerechtigkeit erfaßt, wirddann das Prinzip und die Kraft auch unsrer persön-lichen Heiligung, indem aus ihm die Liebe fließt,die da ist »des Gesetzes Erfüllung«, und durch welchewir uns Gott »zu einem heiligen, wohlgefälligen Opferbegeben«, und »ihm leben (nicht mehr uns), durchChristum Jesum, unsern Herrn!« >— Dies ist aposto-lischer Lehrbegriff. Wer es verkennen kann, der verrathsein Auge als ein blindes, oder als einen Schalk. —Die ganze Schrift setzt den innersten Kern- und Wesens-punkt des Christenthums in dieses Dogma. Die Lehreweggedacht, ist dem Evangelium als Evangelium sein In-halt geraubt. Es hörte auf, Evangelium zu seyn, undist wieder Gesetz; nichts Anderes! —
Die Anwendbarkeit des apostolischen Anathema's.
Leidet die paulinische Fluchankündigung eine Applicationauf Individuen der Jetztzeit, oder nicht? »Nein! Nein!«ruft mein Gegner (U. B. S. 64.); uns ist's aber zur Ge-nüge nun bewußt, wofür wir diese anmaßende und unbe-fugte Verneinung zu halten haben. »Nein«, haranguirter mit steigendem Affecte fort, »Sie haben das vollkom-menste Unrecht, indem Sie die ehemaligen galatischen Ver-haltnisse auf unsere Zeit anwenden. Unsere Zeit mag sopelagianisch oder semipelagianisch gesinnt seyn, als sie will— und Gottlob! ihre fortgeschrittene Bildung hat ihr be-greiflich gemacht, daß Christus zugleich mit der gläubigenAnerkennung seines göttlichen Berufes als Erretter, Erlö-