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Der scheinheilige Rationalismus vor dem Richterstuhl der h. Schrift : Resumé der Bremer Kirchenfehde
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eine unter Gottes Beistand von dem Menschen selbsterrungene und erstrebte, sondern eine aus Gnaden zugerech-nete, frei geschenkte. Man höre Paulum Rom. 3,19 24: »Wir wissen, was das Gesetz sagt (dasSittengesetz versteht sich), das sagt es denen, die un-ter dem Gesetz sind, so daß Aller Mund versto-pfet werde, und alle Welt Gott schuldig sey:darum, daß aus des Gesetzes Werke» kein Fleischvor ihm gerecht werden mag; denn durch da 5 Ge-setz kommt Erkenntniß der Sünde. Nun aber istohne Zuthu» des Gesetzes, die Gerechtigkeit, die vorGott gilt, geoffenbaret worden, bezeuget durchdas Gesetz und die Propheten. Nämlich die Ge-rechtigkeit vor Gott, die da kommt durch denGlauben anIesum Christ, zu Allen, und auf Alle,die da glauben. Denn es ist hier kein Unterschied:sie sind allzumal Sünder, und mangeln desRuhms vor Gott; und werden ohne Verdienst(Ac»^r«u: umsonst, geschcnksweise) gerecht aus seinerGnade durch die Erlösung, so in Christo Jesugeschehen ist. Man vernehme Röm. 5, 18. 19: »Wienun durch Eine Missethat über alle Menschen die Verdamm-niß gekommen ist: also ist auch durch Eine Gerechtigkeit ge-kommen über alle Menschen die Rechtfertigung des Lebens.Denn gleichwie durch Eines Menschen Ungehorsam viele Sün-der geworden sind: also auch durch Eines Gehorsam werdenviele Gerechte. Man vergleiche außerdem Röm. 3, 2531.4, 48. 15. 16. Phil. 3, 9. Hebr. 10, l014. u. A.)Es ist hier nicht der Ort, dieses Dogma weiter zu entwi-ckeln; so viel steht fest, daß nach apostolischer Lehre dieGerechtigkeit, die durch's Gericht hilft, ganz etwas Ande-res ist, als was wir des Menschen Frömmigkeit undpersönliche Tugend nennen. > Sie wird nicht vomMenschen selbst im Wege religiös-moralischer Bestre-bungen aufgerichtet, sondern ein Anderer, Christus, stellte