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Der scheinheilige Rationalismus vor dem Richterstuhl der h. Schrift : Resumé der Bremer Kirchenfehde
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ser und Seligmacher der Menschheit, auch das Schwerere,nemlich das Pelagianische (sie!) von uns verlangt!Es gibt mit Ausnahme jenes verrückten Lord Howard, dersich vor einigen Jahren beschneiden ließ, in den Christen-gemeinen keine Jrrlehrer mehr, welche die Beschnei-dung als Mittel zur Seligkeit fordern!« Mantraut seinen Augen kaum, indem man diese Worte ließt.Kann sich etwas zugleich erbärmlicher und lächerlicher aus-nehmen, als diese Declamation, nachdem wir, wie eben ge-schehen, uns überzeugt haben, worin den Aposteln dasWesen ihres Evangeliums bestehe, und welche Tendenzen diefalschen Lehrer in Galatien verfolgten? Ja, gäbe es heutzu Tage Keinen mehr, der da lehrete, es müsse der Menschsein eigener Heiland und Vertreter seyn, und die SeitensGottes in Anspruch genommene Gerechtigkeit, statt sie alsGnadengeschenk in Christo zu suchen, im Wege eigener religiös-moralischer Legalität und Tugendübung selber aufzurichtenwissen, dann freilich hätte unsere Zeit mit dem paulinischenAnathema nichts mehr zu schaffen. Würde in der heutigenKirche Niemand mehr gefunden, der das Seligwerden, stattauf das Leben, Leiden und Sterben Christi es zu gründendurch dasjenige bedingen möchte, was Paulus überallunter den »Werken des Gesetzes« zu verstehen pflegt,allerdings wäre jener Verdammungsspruch dann in Gala-tien zur Rast gekommen, und paßte auf gegenwärtige Ver-hältnisse und Persönlichkeiten mit Nichten mehr. > Ver-möchten uns denn nur unsre Gegner mit eben der Be-stimmtheit die tröstliche Kunde zu überbringen, daß esMenschen der eben bezeichneten Gattung nicht mehr gäbe,mit welcher sie uns versichern, daß in der Christenheitsich Niemand mehr beschneiden lasse! Aber leider! stehensie selbst als traurige Belege da, daß die galatischenPseudoapostel bis zur Stunde noch nicht ausgestorbensind. Nach der paniel'schen Heilsordnung hätte es dengalatischen Christen obgelegen, nicht etwa überhaupt von