bcne Gesetz) hat Alles beschlossen unter dieSün de (für sündig erklart und gefangen gelegt), aufdaß die Verheißung durch den Glauben an Je-sum Christum gegeben würde denen, die daglauben. (Cap. 3, 22.) — Woher wäre nun aber dieGerechtigkeit zu nehmen, die vor Gott bestehe? Antwort:»Ihr habt Christum verloren, die ihr durch dasGesetz gerecht werden wollt. Wir aber (wir Glau-bige) warten im Geist durch den Glauben auf diegehoffte (nicht selbst erwirkte) Gerechtigkeit.« Wirhoffen auf sie, weil sie, wie v. Meier richtig bemerkt,nach voller Wirkung noch eine unsichtbare Gerechtigkeit ist,wahrend die Werkgcrcchtigkcit schon offenbar seyn will, undihren Lohn dahin hat. Wir finden unsre Gerechtigkeit inChristo. Cap. 3, 16: »Weil wir wissen, daß derMensch durch des Gesetzes Werke nicht gerechtwird, sondern durch den Glauben an JesumChristum: so glauben auch wir an Jesum Chri-stum; auf daß wir gerecht werden durch denGlauben an Jesum Christum, und nicht durchdes Gesetzes Werke; denn durch des GesetzesWerke wird kein Fleisch gerecht.« V. 21: »Ichwerfe nicht weg die Gnade Gottes; denn so durchdas Gesetz die Gerechtigkeit kommt, so ist Chri-stus vergeblich gestorben.«
In welcher Art und Weise der Mensch in Christo ge-recht werde, erörtert Paulus ausführlicher in seinen an-dern Briefen. Er wird's nicht etwa vermittelst der Anlei-tung, die ihm durch Christus zur wahren d. h. zur reli-giösen Sittlichkeit gegeben wird. Freilich empfangt er einesolche Anleitung, und er empfangt mehr, als das; die Ge-rechtigkeit, aber, in deren Besitze der pcrsönlich doch im-merhin gebrechliche und sündige Mensch nichtsdestoweni-ger mit freudigster Zuversicht des göttlichen Wohlgefal-lens sich getrösten darf, ist nach biblischen Begriffen nicht