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Der scheinheilige Rationalismus vor dem Richterstuhl der h. Schrift : Resumé der Bremer Kirchenfehde
Entstehung
Seite
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lein aus dem Grundedurchdie Erfüllung dieses Gesetzes Nie-mand gerecht und selig werden, weil es zu äußerlich undarmselig sey, wahrend nach apostolischer Lehre der Grunddes nicht gerecht werden Können's durch das Gesetz gradeumgekehrt in der hohen unerreichbaren Heiligkeit seinerForderungen, und in dem menschlichen Unvermögen, den-selben zu genügen, gefunden wird. Hier tritt wieder dietotale Discrepanz meines Gegners mit dem innersten Wesendes biblischen Christenthums grell zu Tage. Daß der Apo-stel den alten Gottcsspruch wieder geltend macht, nach welchem»verflucht sey, wer nicht bleibe im Gesetze, das er's thue«;daß er stillschweigend damit erklart: »wer aber in allemzu bleiben wüßte, würde selig werden«; daß er den Ga-latern zu verstehen gibt: wenn sie durch's mosaische Gesetzgerecht werden wollten, so müßten sie's auch ganz undlückenlos erfüllen; daß er diese Erfüllung aber nicht alseine unzulängliche, sondern nur als eine^.Sa che derUnmöglichkeit hinstellt; das Alles kümmert Paniel'nnicht. Ihm deucht's ein gar Leichtes, dem mosaischen Ge-setze zu entsprechen; aber dieser Gehorsam hat ihm keinenWerth, weil > das Gesetz nichts taugt. Was mangeltdenn dem Gesetze? Paniel verhehlt's uns nicht. »Dasmosaische Gesetz sagt er, »konnte nicht selig machen,weil es nicht Glauben verlangte.« Da wissen wir's.Also ein unvollkommnes Gesetz! Aber wie, das mosai-sche Gesetz verlangte keinen Glauben? Keine »Hingebungin Gottes Willen verlangte es, keine fromme Un-terwürfigkeit, keine fromme That,« mit welchenWorten ja S. 63 der U. B. der Glaube beschrieben wird?Dieses Gesetz, das die blindlings unterthänigste VerehrungGottes in allen seinen Worten, Befehlen und Führungen,auch in den unbegreiflichsten, an die Spitze seiner Vor-schriften stellt, und das den Menschen in all seinem Thunund Lassen in der unmittelbarsten und Lebenskräftigsten Be-ziehung zu Gott erblicken will; dieses Gesetz, das in sei-