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Pauli „Gerechtigkeit."
Paulus kennt keine vor Gott bestehende Gerechtig-keit, die im Wege eigener, sittlicher Bestrebungen ge-wonnen würde. — Paniel kennt eine solche allerdings.— »Persönliche Sittlichkeit (was haben wir uns dabei zudenken?) mit einer Zuthat von Glauben, der als Hinge-bung in Gottes Willen, als fromme Hingebungund fromme That charakterisirt wird, ist die Gerech-tigkeit, die vor Gott gilt.« — (U. B. puA. 63.) Dasmosaische Gesetz, sagt Paniel ebendaselbst, verlangt nichtGlauben, sondern es sagt: Wer diese mosaischen Vor-schriften — ceremoniale großcntheils — befolgt, wird seligwerden.« Also das sagt es doch. Nun aber wollen dieGalater ja dieses Gesetzes (meist ceremoniale) Vorschriftenbefolgen; und so müßte denn Paulus, dem jenes Gesetzdas »Gesetz Gottes« ist, sie selig preisen. Statt des-sen kündet er ihnen an, sie seyen unter dem Fluche(der K-rlara). — Warum? Weil er weiß, es könne Nie-mand jenes Gesetz dergestalt erfüllen, daß er mit seinemGehorsam vor Gott zu bestehn vermöchte. — Paulus glaubtalso an keine selbsterworbene selig machende Gerechtigkeit.>— Oder meint etwa Paniel, der Apostel zweifle zwaran der Möglichkeit einer vollkommenen Beobachtung desmosaischen Gesetzes nicht; erachte aber die in diesem Wegeerworbene Gerechtigkeit für unzulänglich zum selig wer-den, und drohe den Galatern nicht sowol darum den Fluch,weil sie das Gesetz nicht gehalten hatten, noch halten könn-ten; als vielmehr darum, weil sie wähnten, ein voll-kommener Gehorsam gegen das mosaische Gesetz reiche zumBestehen im göttlichen Gerichte aus? — Ja, das ist Pa-niels Meinung! — Ihm ist das mosaische Gesetz ein ro-hes, mangelhaftes. — Nach seiner Ansicht kann al-