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Der scheinheilige Rationalismus vor dem Richterstuhl der h. Schrift : Resumé der Bremer Kirchenfehde
Entstehung
Seite
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sagen! Wir meinen, jener Ausspruch könne diesen Sinnnur haben: »das Sittengesetz mit seinen erhabenen An-forderungen ward gegeben, damit es den Menschen ihreUebertretungen als solche zum Bewußtsein bringen, undin ihnen das tiefe, Christo Bahn machende Gefühl ihresZwiespaltes mit Gott hervorrufen möchte.«

Doch genug! Kein Unverblendetcr wird es Pa-niel'n mehr glauben, daß Paulus in unserer Epistel unterdem »Gesetz« nur das mosaische Ccrcmonialgesetz, undunter den »Werken des Gesetzes« nichts, als die Bc-sch neidung und sonstige jüdische Ritualien verstehe. Esist bewiesen, daß er bei diesen Werken den Gehorsamgegen das ganze Gottesgesetz, die Erfüllung dergöttlichen Gebote, der sittlichen insonderheit, folglich al-lerdings dasjenige im Auge habe, was wir Tugend nennen,vorausgesetzt, daß wir mit dem Worte »Tugend« eben dieVollbringung der göttlichen Vorschriften bezeichnen wol-len. Paniel's Deutung des paulinischen »Gesetzes«und der paulinischen »Werke des Gesetzes« ist alsoeine ganzlich willkührliche, auf nichts beruhende, grund-falsche; und somit seine theologische Niederlage auch indiesem Punkte entschieden und constatirt. Erhellt es dochauch schon handgreiflich genug aus allen übrigen pau-linischen Briefen, und namentlich aus demjenigen an dieRömer, was dem Apostel »Gesetz« ist, und was ihm»Gesetzes werke« sind. Man vergleiche doch nur Nöm.2, 14. 15, Röm. 3, 19. 28, und so manche andereStellen. Aber frxilich, wer gegen die HimmelstochterWahrheit sich verschworen hat, an dem rächt sie sich da-mit, daß sie überall vor ihm in Schleiern wandelt.