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Der scheinheilige Rationalismus vor dem Richterstuhl der h. Schrift : Resumé der Bremer Kirchenfehde
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' Nichts kann leichter seyn, als hier des Apostels Sinnzu treffen. Cap. 3, 12 lesen wir: »Das Gesetzaber ist nicht des Glaubens, sondern der Menschder es thut wird dadurch leben. Panielmuß hier den Apostel Paulus sagen lassen: »Wer das Ce-remonialgesetz thue, der werde leben.« Warumverkündet aber Paulus denen, die es in Galatien wirk-lich thun, den Fluch? Er müßte sie ja leben lassen,und selig preisen, wenn er unter seinem »Gesetz« daslevitische verstände. V. 13 heißt es: »Christus hatuns losgekauft vom Fluche des Gesetzes, da erward ein Fluch für uns u. s. w. Wie reichen wirauch hier wieder mit Paniel's Begriff vom Gesetze aus?

Etwa so, daß wir erklären: »Christus hat uns losge-kauft von dem Fluch, d. i. von dem Jammer (dasgriechische Wort heißt zwar IQUarn; aber was thut das?)des jüdischen Ccremonialwcsens?« Nun wohl; aber inwelcher Weise that das Christus? »Da er ward einFluch für uns!« Dadurch also, daß er selbst in den»Jammer und die Misere des altvettelischen Judenrituals«

einging? Kann sich Paniel mit dieser Deutung

zufrieden geben, so dürfte er der erste und einzige unterallen Theologen seyn, der das konnte. Liegt doch klarer undunzweideutiger nichts zu Tage, als daß der Apostel sagenwill: »Von dem Fluche hat uns Christus erkauft, den dasSittcngesetz über uns als dessen Schuldner aussprach; undes erkaufte uns Christus in der Weise daß er jenem Fluchesich selber unterzog.-Wie ist's in aller Welt nur mög-lich, hier an das Ceremonialgesetz denken zu wollen.

Cap. 3, 19 fragt der Apostel: »Was soll nun dasGesetz?« und antwortet: »Es ist dazu gekommen(gestellt, gegeben) um der Ucbertretung en willen,bis der Same käme u. s. w.« Das Ceremonial-gesetz wäre von Gott gegeben um der Ucbertretungcnwillen? In wiefern? > Paniel geruhe, uns das zu

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