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Der scheinheilige Rationalismus vor dem Richterstuhl der h. Schrift : Resumé der Bremer Kirchenfehde
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ceremoniclle Verrichtungen« Stand zu halten. Hörenwir weiter. Cap. 2, 19 sagt der Apostel: »Ich bin aberdurchs Gesetz dem Gesetze gestorben.« Nach Pa-niel's Deutung hieße das: »Durch-die Beschneidungs-,Fasten- und Neumonde-Verordnungen starb ich, und zwareben diesen Verordnungen.« Paniel sage uns, wiedas zugegangen sey. Daß Paulus durch das Moral-gcsetz, welches in seinen sublimen Forderungen ihn alseinen Uebertrcter verdammte, diesem Gesetze in sofernstarb, als es den Geängstigten zu Christo trieb, in demer sich fortan des Wohlgefallens Gottes getrosten darf, ohnedasselbe mehr an eine eigene vollendete Erfüllung jenesstrengen Gesetzes, als an eine unerläßliche Bedingung, ge-knüpft zu sehen, das hat Sinn und ist verstandlich; jeneerstere Auffassung erscheint als baarer Nonsens.' Usteriparaphrasirt die Stelle: »Das Gesetz (natürlich dasSittengesetz) hat mir der Sünde wegen den Tod zuge-sprochen, oder mich zum Tode verurtheilt; diesen gesetzlichenTod habeich erlitten mit Christo (»Ich bin mit Christogekreuzigt«), welcher die Strafe an unserer Statt aufsich genommen, und in und mit welchem, da er für Allegestorben ist, Alle gestorben sind. In wiefern ich nun dengesetzlichen Tod erlitten, hat das Gesetz sein Recht übermich verloren, ich bin durch das Gesetz dem Gesetz ab-gestorben.« Auch diese Erklärung, mit der vorher ange-deuteten im Wesentlichen eins, hat Licht, und ist im pau-linischcn Lehrbegriff begründet. Gal. 3, 10 sagt derApostel: »Die mit des Gesetzes Werken umgehen(also, nach Paniel's Deutung, mit Beschneidung u. s. w.)die sind was? Jsts möglich?

(unter dem Fluche.) Nicht unter dem Anathema blos; »un-ter der gar. Wie kommen wir nun über die-sen Räthselspruch mit dem Panielschcn Begriff von den"Gesetzeswerkcn« weg? Panicl läßt sich mit unbeschreib-licher Hardiesse (U. B. S. 60 u. 61) also vernehmen: »Es

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