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Der scheinheilige Rationalismus vor dem Richterstuhl der h. Schrift : Resumé der Bremer Kirchenfehde
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ja ebenfalls verpflichtet halten müßten, und verpflichtethielten, und erinnert sie dann daran, daß sie verlorenseyen, wenn dieses Gesetz sie richten würde; denn woll-ten sie durch's Gesetz gerecht und selig werden, so müsseauch dieses vollkommen gehalten seyn.

Was versteht Paulus unter den Werken

des Gesetzes?

Nach dem Vorhergehenden liegt die Antwort auf jeneFrage schon vor der Hand. Paniel will, daß der Aposteldarunter »die jüdische Beschneidung, und mit ihrden Rückfall in das Judenthum überhaupt«,d. h. in die rituelle jüdische Lebensform, verstehe. Nun,wir nehmen einmal an, so verhalte sieh's. Wie kommen wirnun aber mit unserm Galaterbrief zurecht? Versuchen wir,ob es im Reiche der Möglichkeit liege, sich mit der Parteii-schen Auffassung durchzuschlagen. Der Apostel sagt Gal.1, 16: »Doch weil wir wissen, daß der Menschdurch des Gesetzes Werke (also durch Beschneidung,Fasten, Waschungen u. s. w.) nicht gerecht wird, son-dern« durch Erfüllung des Moralgesetzes, durch

Sittlichkeit und Tugend? Ja, dies wäre nach PanielsAnsicht von der Sache der einzig vernünftige und consequenteNach- und Gegensatz, der folgen könnte; aber es folgtein andrer: »sondern durch den Glauben an JesumChristum (oder sind vielleicht dieser Glaube und diechristliche Tugend identische Begriffe? )« so glau-ben auch wir an Jesum Christum u. s. w. Schonbei dieser Stelle hat's was auf sich, mit der Annahme,»Werke des Gesetzes seyen nichts anderes, als jüdisch