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gen Bestand. — »Wer denn«, so argumentirt nun derApostel, »durch eig en e Gerechtigkeit vor Gott bestehenwill, dem liegt es ob, jenes Gesetz in allen seinen Forderungenvollkommen zu erfüllen. — Kein Sterblicher aber ist dazutüchtig. Wcr's durch des Gesetzes Werke erzielenwill, der ist unter dem Fluch; denn es steht ge-schrieben: Verflucht sey Jedermann, der nichtbleibt in alle dem, das geschrieben steht imBuche des Gesetzes,daß er es thue.« —(Cap. 3,10).— Paniel aber will's nicht wissen, daß der Mensch außerStande sey, vermittelst eigener Erfüllung des Moralgesetzessich die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, zu erwerben.Darum, es kostete, was es wollte, mußte jener ihm sowiderwärtige Ausspruch weg. So treibts der Mann aufder Höhe seiner »fortgeschrittenen Bildung«, und würdenicht selten bei seiner Exegese an ein Kind erinnern, dasdes Lesens unkundig noch, doch mit der Miene, als läsees, über dem geöffneten Buche pathetisch nur seine eigenenkindischen Gedanken daherlallt; wenn nicht der Kindes-unschuld halber diese Eomparation unstatthaft wäre.
Es bleibt denn dabei, daß die Lehre der falschen Apo-stel in Galatien diese war: »Es müsse, obwol Christo beidem Werke der Erlösung auch seine Stelle einzuräumensey, der Mensch zu seiner Rechtfertigung vor Gott dasHauptsächlichste und Wesentlichste selber thun; indem esseine eigene Aufgabe sey, im Wege der Erfüllung desmosaischen Gesetzes, — und die Bcschneidung sey der Jnau-guralritus, durch welchen er in diese erhabene Straßeeingetreten,— die Gerechtigkeit, in der er vor Gott zu be-stehen gedenke, selbst herbeizuschaffen. Freilich pflegten siedas mosaische Ceremonialgesetz, dessen Beobachtung beque-mer und ostensibler war, sonderlich zu accentuiren, undvor den Moral geboten herauszuheben. Paulus aberdringt mit der Gewisscnsfrage auf sie ein, wie es denn umdie Erfüllung des Moralgesetzes stehe, zu der sie sich