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Der scheinheilige Rationalismus vor dem Richterstuhl der h. Schrift : Resumé der Bremer Kirchenfehde
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Autorität des ganzen, göttlichen Gesetzes über sich in förm-licher Weise anerkannt. Paniel versteht es freilich, je-nem Ausspruche man erstaune! > folgende Deu-tung aufzuzwangen. Er paraphrasirt: »Wer dem mosai-schen Gesetze jetzt noch huldigt, der schuldet noch das ganzeGesetz; d. h.: eines Solchen Vergehungen unter dem Gesetz(gehaust) lasten noch auf ihm, und er darf nicht die Zu-versicht hegen, daß er durch Christi Tod nicht mehr für

seine früheren Sünden zu büßen habe.« Welch eine

Interpretation! > Wo steht hier etwas von den »früherenVergehungen«? > Paulus sagt, wer sich beschneiden lasse,sey schuldig, das ganze Gesetz zu thun«; aber dasnvtsto-c» (zuthun) steht für Paniel gar nicht da. Wenndas nicht heißt, alle gesunde Exegese mit Füßen treten, soweiß ich nicht mehr, was man noch also nennen darf.< Es lag aber freilich meinem Gegner dieses apostolischeWort wie ein Block im Wege. Er erkannte wohl, daßPaulus hier die Beschneidung als einen Verpflichtungsrituszur Erfüllung des ganzen, ungetheiltcn mosaischen Gesetzesbezeichne. Eben so leuchtete ihm ein, daß diese bedeut-same apostolische Erklärung in einer seinen Interessenallerdings nicht grade förderlichen Weise, über den Begriff,den Paulus durch seine ganze Galaterepistel hindurch mitdem Worte »Gesetz« verbinde, nicht den geringsten Zweifelmehr übrig lasse; ja daß unwidersprechlich daraus erhelle,wie Paulus vorzugsweise das Moralgesetz im Auge habe;weil er ja, ohne Unsinn zu sprechen, nimmermehr hattesagen können, daß, wer sich beschneiden lasse, nun auchschuldig sey, alle übrigen Ceremonialgebote pünktlich zuerfüllen. Durch eine derartige Aeußerung wäre Paulusmit sich selbst in den schneidensten Widerspruch getreten.Waren doch die Ceremonien, nachdem der, auf den sieprophetisch gedeutet, erschienen war, als leere Schattenabrogirt. Das mosaische Moralgcsetz dagegen hat als derAusdruck des unveränderlichen heiligen Gotteswillens ewi-