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Der scheinheilige Rationalismus vor dem Richterstuhl der h. Schrift : Resumé der Bremer Kirchenfehde
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Bedeutung. Benget, Wahl, die neuern Lexicographenwerden vornehmthuerisch abgewiesen. Dagegen rückt P a-niel nun, wer weiß aus welchen Repertorien und Com-mentarien er sie preßte, mit einer langen Reihe vonNamen und Büchertiteln alterer und neuerer Zeit in'sFeld, und bläst dann, ohne Nachweis und Beleg, vomThurme: »Hier ist die blitzende Legion, die den Pieti-sten für immer zu Boden schmettert.« Der Unkundigesteht verblüfft über eine solche Erudition! Wir erlau-ben uns, die Sache etwas näher anzusehen; und wasstellt sich zu Tage? Blinder Lärm! Die bedeutendstenin dem gegen uns zu Hülfe gerufenen Geschwader bestä-tigen nur unsere Ansicht.

Zuerst wird Theodoret aufgeführt. Trotz aller Nach-weisen also, daß Theodoret das Wort Anathema allerdingsim schärfsten Sinne als Fluch auffasse, wieder und immerwieder Theodoret! In der That gemahnt uns dieZähigkeit unsrer Gegner fast an die bleierne Bravour je-nes russischen Regiments, von dessen Soldaten Friedrichder Große sagte: »wenn man sie todt geschlagen habe, müsseman sie auch noch umwerfen.« Ambrosius soll gegenmich zeugen; aber dieser Kirchenvater läßt sich auf eine nä-here Begriffsbestimmung des fraglichen Wortes gar nichtein, sondern folgert nur aus dem über die galatischcn Ver-führer ausgesprochenen paulinischen Anathema, »wie es schonso ein schweres Verbrechen seyn müsse, nach empfangenemGlauben sich nur wieder zum Gesetze zurückzuwenden; ge-schweige das ganze Evangelium zu verläugnen.« (V,mbros.Comment, in epmt. nck. Onl. Opern eck. Leneckiot. Venetii178t. I. VII, p. 2V8.) Daß sich der Häretiker Pelagiusmit einem Male dem ehrwürdigen Kranze der »Kirchen-väter« eingereiht erblickt, hat er ausschließlich der Cano-nisation seines dankbaren Jüngers, des vr. Paniel zudanken.' »Hieronymus,« sagt Paniel, »erkläre sichnicht genau, da er nur sage: Anathema sey ein den Juden