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Der scheinheilige Rationalismus vor dem Richterstuhl der h. Schrift : Resumé der Bremer Kirchenfehde
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im bösen Sinne Gott Geweihtes; oder einen Gegen-stand, der, nachdem er es verschmähte, in williger Unter-werfung unter die göttliche Ordnung zu seinem Heilesich selbst dem Herrn zu weihen, nun sich's gefallen lassenmuß, daß, freilich zu seinem Verderben, der Ewige anihm in Erweisung seiner strafenden Gerechtigkeit sich hei-lige und verkläre.

So stände denn die so leichtfertig in Frage gestellteLogik des Apostels Gal. 1 mehr als gerettet und gerecht-fertigt wieder da. Das »ec>rca!« (der sey ver-flucht!) entspricht durchaus der hohen übermenschlichen Dig-nität, die Paulus überall seinem Evangelium vindicirt.Mein Evangelium ist von Gott; drum, wer's zu verkehrenoder ihm zu widerstreben wagt, wird mit dem Kir-chenbann bestraft?! Fürwahr! wenn dies des ApostelsMeinung wäre, der heilige Mann erschiene mit seinem mäch-tigen Vordersatze in einem unbegreiflichen Conflicte! <Nein, Paulus sagt: »Wer sich diesem Evangelium nun nichtbeugen will, den haltet für einen Menschen, welcher derRache Gottes gespart wird. Er wird verdammt, wo-fern er sich nicht bekehrt. In seiner gegenwärtigen Stellungist er verflucht, d. h. dem sichern Untergange, dem ewigenVerderben blosgestellt.« So entspricht die angekündeteStrafe dem Gewichte des Frevels. So stellt sich ein vollkom-men harmonischer Gedankengang in dem bezogenen Capitelheraus. Es geschiehet so gleichfalls dem biblischen Sprach-gebrauche sein volles Recht, und die Exegese behält einreines unbeflecktes Gewissen.