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Der scheinheilige Rationalismus vor dem Richterstuhl der h. Schrift : Resumé der Bremer Kirchenfehde
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Schauer seiner verwerfenden Gerechtigkeit bereits empfin-den laßt. Petrus nennt in seinem 2. Briefe C. 2, 14die Menschen, von denen er unter Anderm sagt, es wäreihnen besser, daß sie den Weg der Gerechtigkeit nie erkannthatten: rexr'« (Kinder des Fluchs). Nicht Ana-

thema nennt er sie; nein, sie tragen schon das Brandmalder göttlichen Verstoßung an der Stirn. Sie er-scheinen bereits mit Ketten der Finsterniß gebunden. Gotthat schon angefangen, sie zu richten. Marc. 11, 21 sprichtPetrus: »Rabbi, siehe, der Feigenbaum, den du verfluchthast (x«^ptt<7oi), ist verdorrt.« Jesus hatte über den Fei-genbaum nicht blos eine Erklärung ausgesprochen, oderaussprechen lassen, welches Geschicks derselbe würdig sey;er sprach vielmehr ein Wort des Verderbens über ihn aus,an dem der Baum sofort vergehen mußte. Gal. 3, 13heißt es von dem, der uns vom Fluch des Gesetzes erkaufte,er ward ein Fluch (x«r«^>«) für uns, oder an unsrerStatt. ^ Nicht Anathema nur ist er geworden, d. h.nicht blos ein Gegenstand der göttlichen Strafe werth; ererduldete die Strafe. Gott richtete ihn effectiv amKreuze. Matth. 2S, 41 spricht der Richter der Welt zudenen zu seiner Linken: Gehet hinweg von mir ihr

(ihr Verfluchten!) Sie sind nicht mehr blos der An-drohung nach verflucht; sie sind es nun thatsachlich, nachder Erfahrung. Der Herr hat die Vermaledeiung übersie hereingeführt Einem Menschen steht es zu, im Namendes Herrn Jemanden Anathema zu nennen, d.h. ihn als einender göttlichen Verstoßung exponirten Sünder zu bezeichnen.Die Verhunzung der Katars, aber gehört ausschließlichwie zu den Machtvollkommenheiten, so zu den Vermögen-heiten Gottes. Wollte sich ein Kirchenoberhaupt anmaßen,Jemanden auf eigne Hand der ewigen Verdammniß über-weisen, oder ihn selig sprechen (canonisiren) zu wollen,so würde der darüber aus seyn, auf eine eben so sträflicheals lächerliche Weise in Gottes Rechte einzugreifen, ja sich