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Der scheinheilige Rationalismus vor dem Richterstuhl der h. Schrift : Resumé der Bremer Kirchenfehde
Entstehung
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des alten.« Daß das Anathema in der That das Chercmdes alten Testamentes sey, gebe ich zu; verneinejedoch entschieden, daß es mit dem Cherem des spaterenverfallenen Iudenthums, des in spitzfindiger Kasuistik befan-genen Rabbinismus, der inquisitorischen Pharisäerhierarchie,verwechselt werden dürfe. Im neuen Testamente läuftdie Kette der alttestamentlichen Offenbarungen fort; nichtaber die der neben den Offenbarungen des alttestamentlichenGotteswortes im Judenthum aufwuchcrndcn Irrungen undwillkührlichen »Aufsätze.« Was bezeichnet aber das Wort Ch e-rem in den Schriften des alten Bundes? Cherem bezeich-net zunächst den Bannfluch Jehova's, der Untergang undVertilgung im Gefolge hat. Sach. i4, 11 heißt's:»Und man wird darinnen wohnen, und wird kein Cherem(Luther: Bann; 8optun»inta: «nceS-et-.«) mehr seyn; undJerusalem wird sicher wohnen. Was kann hier das Cheremanders bedeuten, als göttliches Verwerfungsurtheil, unddaraus herfließendcr Unscgcn? Maleachi 4, 6 spricht derHerr: »Der Prophet Elias soll das Herz der Väter be-kehren zu den Kindern, und das Herz der Kinder zu ihrenVätern, daß Ich nicht komme, und das Erdreich mit demCherem schlage.« Kann hier bei Cherem an etwasAnderes gedacht werden, als an göttlichen Fluch, und inFolge dessen an Unheil und Verwüstung? Jesaias 34, Sspricht der Herr: »Denn mein Schwert ist trunken wordenim Himmel; und siehe, es wird herniederfahren auf Edomund über das verbannte Volk (buchstäblich: das Volkmeines Cherems) zum Gericht.« Wer wäre imStande, es zu verkennen, daß das »Volk seines Cherems«das Volk ist, über das er das Urtheil des Zorns und derVerwerfung ausgesprochen hat. In concrcter Bedeutung so-dann heißt Cherem das, was Gott ein Gräuel, und darumstrafwürdig und verwerflich ist. »Du sollst nicht in dein Hausder Gräuel (der Götzenbilder) bringen, daß du nicht Cherem(verwerflich, verflucht) werdest, sondern du sollst einen Ekel