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Cor. 12, 3 lassen nur diese eine Deutung zu: »Niemand,der im Geiste Gottes redet, kann Jesum als einen falschenMessias und Gotteslästerer des göttlichen Gerichtes, undder Verstoßung vom Angesichts Gottes schuldig erklaren.Bill^oth in seinem Commcntar zu den Corintherbriefenübersetzt nach dem Vorgange sämmtlicher reformatorischenund der meisten späteren Commentatoren gradezu: »Nie-mand, der vom Geiste Gottes getrieben wird, verfluchtJesum.« — Nichts ist gewisser, als daß das Wort Ana-thema überall, wo es uns im neuen Testamente begegnet,den Menschen, über den es ausgesprochen wird, als einennicht einer menschlichen Züchtigung blos, sondern demStrafgerichte Gottes Verfallenen darstellt, und darumganz richtig mit dem deutschen Worte »Fluch« oder »ver-flucht« übersetzt wird, sofern dieses Wort den Gegensatzdesjenigen ausdrückt, was wir »gottgesegnet«, »vonGott in Huld und Gnade angesehen« nennen. —
Bei der Stelle 1 Cor. 16, 22: »So Jemand denHerrn Jesum Christum nicht lieb hat der seyAnathema maran atlla!« wird bemerkenswertherWeise nun auch einmal von Seiten unsrer Widersacher zu-gegeben, daß hier von wirklichem Fluch die Rede sey!— Der Verfasser »der Verfluchungen« sagt inseinem Excurs über die Bannformeln des rabbinistischenJudenthums paZ. 39: »Die dritte Stufe der Excommuni-cation war das »»Sch ammatha«« völliger Ausschluß,»»Ausrottung««, welches man in dem syrischen maranatlm (der Herr wird kommen) hat erkennen wollen, womitder Apostel seinen ersten Brief an die Corinther schließt.(So Jemand u. s. w., der sey Anathema, maiun atlm!)Dieß war offenbar ein eigentlicher Fluch, indem einemAbtrünnigen alle Rettung aufgekündigt, und ihm
Die Verfluchungen. Im Interesse denkender Christen. Von Pro-fessor IN-. Weber in Bremen.