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ihrer Statt hatte excommuniciren lassen, d. h. sich demmenschlichen Kirchenbanne unterziehen können? Paulussah ein schwereres Urtheil auf dem Haupte dieser Menschenlasten, als das einer disciplinarischen Ausschließung vonder äußeren Christgemeine. Er erkannte diese Ungläubigenunter dem Urtheil der Verdammniß; und so hätte er injenem Augenblicke übermenschlichen Liebes-Dranges wünschenmögen, an ihrer Statt sich selbst dem Fluche preisgegebenzu sehen, den er über diejenigen göttlich ausgesprochen wußte,welche außerhalb der Gemeinschaft Christi bleiben würden.— Kein unpartheiischer Leser jener Worte wird es zu ver-kennen im Stande seyn, daß denselben mit Grund un-möglich eine andere Deutung gegeben werden könne, alsdiese, und daß die ihnen vorangeschickte feierliche Betheu-rung V. 1: »Ich sage die Wahrheit in Christo und lügenicht, deß mir Zeugniß gibt mein Gewissen in dem heiligenGeist!« zu der darauf folgenden, so hoch beschworcnen, Er-öffnung außer allem Verhältniß stehen, ja gar keinen Sinnmehr haben würde, wenn diese Eröffnung weiter nichtsenthielte, als daß er sich einmal für seine ungläubigenLandslcute mit der „ Lxoommunioatio minor," dem kleinenKirchenbann, hätte belegen lassen mögen. — Olshausensagt in seinem Commentar zu der in Rede stehenden Stellerichtig: »Nur so haben die Worte Sinn, daß er (Pau-lus) statt seiner Brüder (ü?rx^, «v?-/; nicht blos zuihrem Besten) von Christo verstoßen, und also ewigunselig seyn möchte. Unmöglich ist zwar dieser Wunsch(d. h. seine Verwirklichung); denn weder gestattet die Liebeunselig zu seyn, (vielmehr, wo wahre Liebe ist, da ist auchSeligkeit); noch kann ein Bruder statt des andern leiden(Ps. 49, 8.); das vermag nur Christus, weil er der Re-präsentant Aller ist. Aber eben die überströmende LiebeChristi, die in Pauli Herzen ausgegosscn war, läßt ihnalso rufen, wie derselbe Geist Christi schon Moses sagenließ: Vergib ihnen ihre Sünde, wo nicht, so tilge auch