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Der scheinheilige Rationalismus vor dem Richterstuhl der h. Schrift : Resumé der Bremer Kirchenfehde
Entstehung
Seite
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Anathema" im neuen Testament.

Es wird also gegnerischer Seits zuerst behauptet, derbiblisch e Sprach-G ebrauch gebe es nicht zu , daß das^rco!« (der sey Anathema) als eine feier-liche Ankündigung göttlicher Ungnade und ge-rechter Ausschließung von der himmlischen Se-ligkeit verstanden werde. Ob diese Behauptung Stichhalte, muß sich aus anderweitigen neutestamentlichen An-wendungen des Wortes »Anathema« ergeben.

Römer 9, 3. bricht der Apostel, tief bekümmert umseine ungläubigen Stammgenossen, denen, ihres Widerstre-bens gegen das Evangelium von Christo halber, nichts Gerin-geres, als ein ewiges Verderben drohe, (2. Thess. 1,8. 9.)in die Worte traurender Liebe aus: »Ich wünschte,Anathema zu seyn von Christo für meine, (oderstatt meiner) Brüder, die meine Gefreundete sindnach dem Fleisch.« Man hat diese Worte in folgen-der Weise paraphrasiren wollen: »Ich möchte wünschen,wenn es möglich wäre, für meine Brüder von der Ge-meine Christi getrennt zu seyn.« (Paniels »Unver-holene Beurtheilung u. s. w.«) *) Wo aber, möchteich für's Erste fragen, steht hier etwas von der GemeineChristi? Mit welchem Fuge, bemerke ich zum Andern,wird hier das Wort »Anathema« ohne weiteres ge-trennt übersetzt, da die neutestamentliche Sprache fürdiesen Begriff andere Ausdrücke hat, und einen nachjüdischer Kirchenordnung Excommunicirtennennt. Und in wiefern, frage ich endlich, wäre jenenBrüdern damit geholfen gewesen, wenn sich Paulus an

Der Kürze halber werde ich in der Folge diese Schrift meinesGegners mit U. B. bezeichnen.