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Apostel damit, wo nicht zu einem geistlichen Falschmünzer,Lügner und Betrüger, so doch zu einem betrogenen Jrr-geist, zu einem verblendeten Fanatiker stempeln. — Paulusträgt das lebendige Bewußtsein in seiner Brust, er predigeChristi Evangelium, also die ewige, unumstößlicheWahrheit, das Wort des Herrn. Dies erwogen, laßtsich's schon im Voraus denken, was er von Solchen haltenwerde, und halten müsse, die dieser Wahrheit, statt sichihr unbedingt zu beugen, die Unterthanigkeit, den Gehor-sam, den Glauben versagen wollten. — Als Feinde Got-tes müssen sie ihm erscheinen; als Frevler, die, sofern siein ihrem Widerstreben verharrten,.für unrettbar verlorenzu erachten seyen. — Hat der Apostel dieses nirgendsausgesprochen? >— Freilich hat er's. >— Wir hören ihn un-ter andern Gal. 1, V. 8 u. 9 mit heiligem Ernste sagen:»Wer ein andres Evangelium predigt, als wirgepredigt haben, der sey Anathema!«
Pauli Bewußtsein von dem erhabenen übermenschlichenUrsprünge seines Evangeliums verbreitet uns schon Lichtdie Fülle über diesen ernsten Bannspruch, und laßt unsdas Schwerste, das Schauerlichste dahinter wittern. Zwarwird uns von einer gewissen Seite her versichert, es habemit jenem Ausspruch doch so viel nicht auf sich, indem esnur etwas ganz Ertragliches und Gelindes sey, was derApostel darin den Verkehrern seines Evangeliums drohe.Man sagt, es sey eine zeitweilige Absonderung nur vonder äußeren Gemeine, eine rein menschliche Züchtigung, einesogenannte Disciplinarstrafe. — Indeß erscheint die Zumu-thung, daß wir das glauben sollen doch etwas stark. >—Paulus träte, wenn jene Ansicht gegründet wäre, mit sei-nem eignen Bewußtsein in den unbegreiflichsten Widerspruch,und gäbe uns Anlaß zu dem Argwohn, daß er es mitseiner Behauptung, sein Evangelium sey aus Gott, unddie allein wahre, somit auch die allein beseligendeLehre, doch nicht so ernstlich meinen müsse. Denn beruht