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Der scheinheilige Rationalismus vor dem Richterstuhl der h. Schrift : Resumé der Bremer Kirchenfehde
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mir, daß ich ihn durch das Evangelium verkündigen sollteunter den Heiden, alsobald fuhr ich zu und besprach michdarüber nicht mit Fleisch und Blut« (V. 11 16). Zufernerer Bezeugung, daß er sein Evangelium durch Chri-stum selber habe, bemerkt er V. 17 18, wie er dreiJahre hindurch, von seiner Bekehrung angerechnet, mit denübrigen Aposteln in keinerlei Verkehr gestanden, viel weni-ger von ihnen Unterricht empfangen habe. Erst nach Ver-lauf dieser dreijährigen Frist (wahrend welcher er bereitsmit weitem Aufthun seines Mundes Jesum verkündete, daßer der Christ sey Apostelgesch. 9, 20 22), sey er nach Je-rusalem gekommen um Petrus kennen zu lernen, und beidieser Gelegenheit habe er auch Jakobus gesehn; der andernApostel aber keinen. »Was ich euch schreibe,« betheuerterV. 20, um jeden Zweifel an seiner göttlichen Bevollmäch-tigung zu zerstreuen, »siehe, Gott weiß es, ich lügenicht.« »Auch die christlichen Gemeinen in Judaafahrt er fort, kannten mich nicht von Angesicht. Sie hat-ten nur gehört, daß, der uns weiland verfolgte, der pre-digt jetzt den Glauben, welchen er weiland verstörte; undpriesen Gott über mir.« V. 2224.

Machen wir Angesichts dieser apostolischen Eröffnun-gen einen Augenblick besonnen Halt! Keinem Menschenist es jemals eingefallen, zu leugnen, daß der Apostel hierdas von ihm gepredigte Evangelium als die einige, durch-aus untrügliche, mithin jede abweichende Lehre alsWahn und Lüge ausschließende Gottesoffenbarunggeltend macht. Kein Theologe hat es je in Abrede gestellt,und wie könnte man's bei gesunden Sinnen in Abredestellen wollen, daß der Apostel hier sein Evangelium, unddas Evangelium Christi als vollkommen identisch,als ein und dasselbe bezeichne. > Er sagt ausdrück-lich: »ein andres Evangelium gibt es nicht.« Wernun nichtsdestoweniger darauf bestehen möchte, das Evan-gelium Christi sey dennoch ein andres, der würde den