4
Evangelium hatten können abwenden lassen. — »Es istdoch kein anderes Evangelium,« ruft er V. 7. aus,» ohne daß Etliche sind, die euch verwirren und wollen dasEvangelium Christi verkehren (verdrehen, verunstalten).Aber so auch wir, fahrt er fort (V. 7. 8.) oder ein Engelvom Himmel euch würde Evangelium predigen dem entge-gen, das wir euch gepredigt haben, der sey Anathema!Wie wir schon gesagt haben, so sage ich jetzt abermal: SoJemand euch Evangelium predigt dem entgegen, oder nebendemjenigen her, das ihr empfangen habt, der sey Ana-thema! >—« Der Apostel ist sich im Voraus schon deserschütternden Eindrucks gewiß, den dieses Wort auf die Ge-müther der Galater hervorbringen werde, und kommt darum,nachdem er die Versicherung vorangeschickt, wie er in sei-nem Apostelamte nur nach Gott, nicht aber nach Menschenfrage, noch Menschen gefallen wolle, im 11. Verse noch ein-mal auf die ihm zustehende Befugniß, in solcher Weise auf-zutreten und zu reden, zurück, und begründet das so ebenausgesprochene »Anathema!« mit der festen und unzwei-deutigen Erklärung, daß das von ihm verkündete Evange-lium keine menschliche Meinung, kein Erzeugniß der eige-nen Vernunft, sondern die Wahrheit, die unmittelbarvon Gott geoffenbarte und somit alleinige und untrüglicheWahrheit sey. »Ich thue euch kund, ihr Brüder, sprichter, daß das Evangelium, das von mir gepredigt ist, nichtmenschlich ist. Denn ich habe es von keinem Menschen em-pfangen noch gelernt, sondern durch die OffenbarungJesu Christi. — Habt ihr doch gehörtvon meinemWan-del weiland im Judenthum, wie ich über die Maßen dieGemeine Gottes verfolgete, und verstörete sie, und über-traf im Judenthum Viele meines Gleichen in meinem Ge-schlecht, und war ein ausnehmender Eiferer um meine va-terlichen Ueberlieferungen. Da es aber Gott wohlgesiel,der mich von meiner Mutter Leibe hat ausgesondert, undberufen durch seine Gnade, seinen Sohn zu offenbaren in