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Beiträge zur biblischen Geographie
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14 II. Ueberblick des Landes vom Sinai :c.

Wüste et-Tih, welche durchschnittlich eine Höhe von 140«) Fuß Hotund jenem ungeheuren Wüstenzuge angehört, der als Sahara vomAtlantischen Ocean her, durch Nordafrika läuft. Das vom Nilbefruchtete Aegypten durchschneidet ihn nur als eine lange Oase,denn nahe dem Ostufer des untern Nils, beginnt, als seine Fort-setzung die arabische Wüste. Diese zieht morgenwärts bis zumEuphrat, erstreckt sich nordwärts bis in die Nähe von Damaskus,südwärts tief in Arabien hinein. Der Wady el-Arabah vom Nord-ends des. Ailanitischen Meerbusens bis zum Südende des tobtenMeeres laufend, theilt die arabische Wüste in eine westliche undöstliche Hälfte. Der westliche Theil ist die eben genannte Wüsteet-Tih''), welche von Abend her in dieArabah abfällt; ihrem Abfallgegenüber steigt auf der Morgenseite der Arabah steil das Edvmi-tergebirg auf, die Westwüste et-Tih weit, aber nur wenig das öst-liche zum Euphrat sich verbreitende, Wüstenplateau überragend. —Traurige Kreide- und Flugsandhügel, mit Feuersteinen überschütteteweite Ebenen charakterisiren die öde, wasserlose, entsetzliche Wüste et-Tih. Ganz von ihr verschieden ist das Edomitergebirge. Seine mach-tigen mit frischer Vegetation bedeckten Granit- und Porphyrbergesind die nördlichsten Ausläufer des Sinaigebirgs. Nur hin undwieder von spätem Bildungen bedeckt, zieht dieses längs dem West-ufer des Ailanitischen Meerbusens bis Akabah. Dort setzt es überdie Arabah, Porphyrfelsen zeigen sich selbst nördlich von Petra, undan der Mündung des Ahsa ins tobte Meer finden sich noch Gra-nit- und Porphyrgeschiebe.

Neuere Beobachtungen haben die Meinung widerlegt: als seyder Jordan früher durch die Arabah in den Ailanitischen Meerbu-sen geflossen. Robinson macht es wahrscheinlich, daß in der Gegend,wo der 30ste Grad Breite die Arabah schneidet, eine Wasser-scheide zwischen jenem Meerbusen und dem tobten Meere laufe.Jener Hypothese über den früheren Lauf des Jordan widersprach auchschon Schuberts überaus wichtige Beobachtung, daß der Spiegel des tob-ten Meeres und das ganze Jordanthal vom See Tiberias bis zur Mün-dung des Flusses tief unter dem Spiegel des Mittelmeers liege ^).

Vom Gebirge et - Tih läuft die Wasserscheide zwischen

4) D. i. die Wüste des Irrens, nämlich der Kinder Israel.

H Die Herren Moore und Bcke machten dieselbe Entdeckung durchthermometrlsche Versuche. Da das Quecksilber bel Schuberts Barometer-messung weit über die Gränze der Eintheilungslinien hinaufstieg, und erdie Höhe nur nach dem Augenmaaß schätzte, diese Schätzung aber „weildas Resultat derselben ein zu unerwartetes war, so knapp als möglich hielt,"