4 I. Der Zug d. Israeliten aus Aegypten nach Kanaan.
ses hatte die Aeltesten Israels zu sich gefordert und ihnen aufge-tragen, das Volk in der Nacht des 14., nach dem Genuß desPassahlamms, zum Ausziehen bereit zu halten. „Und gehe keinMensch, sprach er, zu seiner Hausthür hinaus bis an den Morgen."Naemses kann nicht wohl der Sammelplatz der Israeliten gewesenseyn. Wohnten diese von Heliopolis bis Raemses auf einer Linievon etwa Iii Stunden, so konnten die Entfernteren unmöglich am15. bei Raemses versammelt seyn, da sie ja bis der Morgen an-brach, zu Hause bleiben sollten. Am bequemsten wäre es daheranzunehmen, unter Raemses werde nicht die Stadt, sondern die^ das ganze Land Gosen verstanden, es seyen am
15. alle im ganzen Lande Gosen wohnenden Israeliten aus ihrenWohnsitzen ausgebrochen. Wäre aber die am nordöstlichen EndeGosens gelegene Stadt Raemses gemeint, würde sie genannt, weilMoses und Aaron, nach unserer Art zu sprechen, dort ihr Haupt-quartier hatten, so wäre anzunehmen, diese seyen von hier südwest-wärts, auf Heliopolis zu, gezogen. Alle auf diesem Striche woh-nenden, reisefertig harrenden Israeliten schlössen sich an, jeder wennder von Nordosten herwogende Zug seinem Wohnort nahe kam.Zuletzt ergoß sich das gesammte Volk über die Stätte, wo späterBabylon stand, nach Bessatin. Ucber jene Stätte zogen sie nachdem Bericht des Josephus.
Hinsichtlich des weitern Zuges von Bessatin nach dem rothenMeere, verweise ich auf meine Abhandlung.
Hengstenberg verläßt die Israeliten, nachdem er sie bis Suezgebracht, ohne von dem Durchzug durchs rothe Meer zu sprechen;Robinson läßt sie aber, wie Niebuhr, durch die schmale, von Sueznördlich auslaufende Mcereszunge durchpassiren, wiewohl er selbstvon Suez, dem Südende jener Zunge, nur 1 Stunde 35 Minutenbrauchte, um das Nordende derselben zu erreichen und zu umgehen. —Was ich in meiner Schrift: „der Zug der Israeliten" näher ausge-führt, wiederhole ich hier kürzlich: es ist völlig unbegreiflich, warumdie Israeliten verzweifelten, warum ein Wunder geschehen mußte,wenn sie ganz bequem um die kleine Wasserzunge herumziehenkonnten. Lagerten sie aber, wie ich, Sicard folgend, annehme, aufder Ebene Bede, vor sich das Meer, zu beiden Seiten Berge, hin-ter sich die Aegypter, da sähe es freilich mit ihnen verzweifelt aus.
Ein Umstand, bemerkt Robinson, werfe die Hypothese: als seyder Durchgang Israels von der Ebene Bede (Wady Tawarik) ausgeschehen, ganz über den Haufen, der Umstand: daß dort das Meer3 Meilen breit sei. Man müsse annehmen, das Volk habe nur2 Stunden Zeit zum Durchgang gehabt. Denn der Wind habeeinige Zeit gebraucht, um Bahn zu machen; die Ebbe, welche er