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durch Untertauchen, haben aber auch die Bcschnei-dung noch und zwar bei beiden Geschlechtern,obwohl jetzt nicht mehr allgemein üblich. Ihr Got-tesdienst wird Nachts bis zum Tagesanbruch hingehalten und besteht nur in Caremonicn und Her-lesen von Gebeten in der koptischen, dem Wolkeunverstandlichen Sprache, und nur ihr kirchlichesOberhaupt, der Patriarch von Alexandricn, haltPredigten, aber auch im Jahre nur Eine. IhreGeistlichen und selbst ihre Mönche dürfen heirathcn.Ihre Kirchen sind mit vielen Bildern geschmückt.
Die Abyssinier stehen in Betreff der Lehreund des Cultus den Kopten fast ganz gleich, undlassen sich auch von dem koptischen Patriarchen ihrkirchliches Oberhaupt, der den Namen Abuna führt,jedesmal geben. Indeß haben sie doch auch manchejüdische Elemente mit aufgenommen: so feiern sieden jüdischen Sabbath, haben in ihren Kirchen eineArt Bundeslade, enthalten sich von den im Gesetzverbotenen, unreinen Speisen, halten viel auf Wa-schungen und Reinigungen und haben auch dieBeschneidung bei beiden Geschlechtern. Ihre Geist-lichen dürfen, sobald sie die Weihe empfangen ha-ben, nicht mehr heirathen. Die Ehescheidung, diedie Kopten nicht zulassen, kann bei ihnen auf dieleichteste Weise geschehen. Predigten finden nichtStatt. Ihre Kirchengebete werden in der unver-standlichen altathiopischen Sprache gehalten, in dersie auch eine Bibelübersetzung haben; jedoch ist durchdie Missionare kürzlich die h. Schrift auch in ihregewöhnliche Umgangssprache übersetzt worden. EineMenge Heiliger verehren sie und darunter auch denh. Pontius Pilatus mit seiner Frau und den h.Bileam. (!) Ihrer Festtage sind im Jahre nichtweniger als 180. In Betreff ihres Lebens sindsie sittlich aufs Tiefste versunken.