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Jerusalem, wie es war und wie es ist, oder seine Geschichte und sein jetziger Zustand : nebst e. Grundr. von Jerusalem
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Die Nestorianer, oder wie sie sich selbst nen-nen, chaldaische Christen haben sich seit dem5. Jahrhundert von der Kirche getrennt., indem siedie zwei Naturen in Christo so von einander scheiden,daß es eigentlich zwei Personen sind. Zu ihnen gehö-ren auch die Thomaschristen in.Ostindien. Siehaben nur drei Sakramente: Taufe, Abendmahl undPriesterweihe. Die katholische Abendmahlslehre derTranssubstantiation verwerfen sie, und nähern sichmehr der evangelischen Lehre. Die Bibel besitzensie in der syrischen Üebersetzung. Ihre Kirchen sindeinfach ohne alle Bilderz statt der Crucifixe habensie nur Kreuze. An der Spitze dieser Kirche stehenzwei Patriarchen zu Mosul in Mesopotamien undzu Urmiah in Pcrsien. Alle Geistlichen, selbst dieHöhern, dürfen heirathcn. Das Fasten halten siestreng. Ihr sittlicher Ruf ist überall gut, jedochsind sie unwissend und beschrankt. *) Mehrere ha-ben sich auch mit Beibehaltung einiger eigenthümli-chen Formen des Gottesdienstes mit der römischenKirche vereinigt und heißen römisch-katholischeSyre r.

Die Jakobiten, so genannt von einem Ja-kobus, Baradai, der um 550 n.Christo lebte, haltenim Gegensatze gegen die Nestorianer und in Ge-meinschaft mit den Armeniern, Kopten und Abys-sinicrn die Lehre von Einer Natur in Christo fest,indem sie Seine menschliche Natur ganz in dergöttlichen aufgehen lassen, wcßhalb sie auch Mo-nophysiten heißen. Ihre Kirchcnsprache ist dieSyrische. Sie stehen unter einem eigenen Patriar-

*) Neuerdings hat man in den Ncstoriancrn, die in denG.birgen von Kurdistan sich frei und unabhängig behauptethaben, die Ueberbleibsel der 1V Stämme Israels entdeckenwollen. S. die Zeitschrift: Beleuchtungen der Missionssachc.1842. Nr. 4.