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Jerusalem, wie es war und wie es ist, oder seine Geschichte und sein jetziger Zustand : nebst e. Grundr. von Jerusalem
Entstehung
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Das Haus, das ich bewohne, steht auf dem Calva-rienberge. Mein kleines Zimmer hat nur ein Fen-sterchen, welches mir die Aussicht auf den Oelbcrgöffnet. Ich bin um den Zion rings umher gegangen.Ich bin über den Calvarienbcrg gegangen. Ich wan-derte durch das Thal Hinnom, trank von den Was-sern Siloah's, ging über den Bach Kidron und binim Garten Gethscmane gewesen. Am Tage nachmeiner Ankunft machte ich meinen ersten Besuch amGrabe meines Erlösers. Ich hielt mich nicht damitauf zu fragen, ob der Ort, den man als sein Grabzeigt, es wirklich sei oder nicht. Wenn hier einIrrthum Statt findet, so wollte ich mich für die-sen Augenblick gerne tauschen lassen. Die Kirchewar mit Menschen angefüllt, aber trotz ihrer Ge-genwart vermochte ich meine Empfindungen nichtzu unterdrücken. Ich betrachtete die Kuppel, welchedas Grab überwölbt, dachte an den Tod und dieAuferstehung meines Herrn und brach in Thränenaus. Ich trat hinein und kniete an dem Marmornieder, welcher den Ort, wo der Leichnam lag, be-decken soll. Meine Thränen flössen ungehemmt undmeine Seele war von Gefühlen, die ich nicht zu be-schreiben vermag, bewegt. Ich gelobte mich meinemHerrn von Neuem und flehte dann für meinen Va-ter, meine Brüder, Schwestern und Freunde. Ichbetete um Segen über Andovcr, über alle Missio-nare, über alle Prediger und über die ganze Welt.Es kam mir vor, als ob Jesus Christus, GottesSohn, vor meinen Augen leide, sterbe und von denTodten auferstehe. Die Jahrhunderte, welche seitSeinem Tode verflossen sind, schwanden in einemAugenblicke zusammen. Alles stand lebendig undwirklich vor meinen Augen. O welche Leiden! welcheLiebe! Geliebte Brüder, für uns ist Er gestorben;sollten wir Ihm nicht leben? Er starb, um uns

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