in dem sie jeden Tag von Aufgang bis zum Un-tergang der Sonne nichts genießen. Daran schließtsich denn unmittelbar das Ztägige Beiramfest, dasnach so langem Fasten von ihnen mit ausgelassenerFreude gefeiert wird. Ihre Geistlichen, Im ans,sind wenig unterrichtet, nur daß sie den Koranmüssen richtig nach den vorgeschriebenen Pausen undAccentcn vorlesen können. An eine eigentliche Aus-legung dieses ihres Religionsbuches ist gar nicht zudenken. Es enthalt übrigens auch nur „ein Gewebesinnloser Phrasen und emphatischer Deklamationenüber die göttlichen Eigenschaften, woraus Niemandetwas lernen kann, und eine Menge lappischer Er-zählungen und lacherlicher Fabeln." Sie haben auchMönche, die bei ihnen Derwische heißen, und dieauch in Jerusalem in der Nahe der großen Mo-schee ein Kloster bewohnen. Einem starren Fana-tismus sind sie noch immer so ergeben, daß dasGesetz, wonach jeder Muhammcdaner, der zu einerandern Religion übertritt, das Leben verwirkt hat,noch fortwahrend unter ihnen besteht.
l>) Die Juden.
Sie bewohnen ein eigenes Viertel in der Schluchtzwischen Zion und Morija und an den Abhängenbeider Hügel, wo die Wohnungen sehr enge bei ein-ander liegen und die Unreinlichkeit besonders großist. Sie kommen aus allen Theilen der Welt, na-mentlich aus dem Morgenlande, hiehcr, um hier zusterben und im Thale Josaphat begraben zu werden.Auch polnisch und deutsch redende Juden findet manhier. Sie leben meistens in großer Armuth, ohnebesondern Handel und Gewerbe, und werden vielfachnur von den Geldern erhalten, die in allen Theilender Welt in der Judenschaft für sie gesammelt wer-den. Sie haben eine Anzahl Synagogen zu Jerusalem