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Jerusalem, wie es war und wie es ist, oder seine Geschichte und sein jetziger Zustand : nebst e. Grundr. von Jerusalem
Entstehung
Seite
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lauft nach Süden steil ab; jetzt wird er gepflügtund ist mit Oliven und andern Fruchtbäumen besetzt.

An der nordwestlichen Ecke der Ringmauer,die den Platz Haram esh Sherif umgiebt, liegt dasHaus des Gouverneurs von Jerusalem undenthalt die Ucberrcste der alten Burg Antonia. Dortsoll Pilatus gewohnt haben und da es an dem so-genannten Schmerzensweg liegt, so veranlaßtuns das, diese Hauptstraße Jerusalems (via ckolorosa),die sammt ihren einzelnen Stationen in allen Lan-dern des Katholizismus ihre häufigen Nachbildungenhat, naher kennen zu lernen. Sie fangt am Ste-phansthore an und führt über den Hügel Bezetha,der im Ganzen nur mit niedrigen Häusern und Hüt-ten bebaut und in seinem nordöstlichen Theile inner-halb der Stadtmauern von Garten, Feldern undOelbaumcn bedeckt ist; auch finden sich dort vcrhalt-nißmaßig nicht viele Spuren alter Bauten; bei denRuinen einer Kirche der Maria Magdalena zeigtman das Haus Simon's des Pharisäers, dasjetzt einem Türken gehört, der aber den Christen gernden Zutritt gestattet. Tritt man durch's Stephans-thor vom Oelbcrg herein in die Stadt und auf denSchmerzensweg, so hat man die Sakhara-Moscheezur Linken und unmittelbar an ihren Ringmauerneinen großen Wasserbehälter, der für den TeichBethesda gehalten wird, wahrscheinlicher aber einGraben ist, der zum Schutze der dahintergelegenenBurg Antonia aufgeworfen wurde; er ist jetzt ganztrocken und zum Theil mit Schutt angefüllt, zumTheil aber noch so tief, daß die Gipfel der auf sei-nem Boden wachsenden Bäume nicht einmal biszur Straße hinanreichen. Diesem Teiche gegenüber,auf der rechten Seite des Schmerzenswcges, liegtüber der Grotte, in der Anna die Maria geborenhaben soll, eine verfallene Kirche mit spitzen Bogen