— 74 —
auch diesen jungen, liebenswürdigen Feldherrn, und diePest lichtete dazu noch die Reihen der Deutschen auf einefurchtbare Weise. Da kamen denn zu rechter Stundedie Heere der Könige Philipp August von Frank-reich und Richard Löwen herz von England,die zu gleicher Zeit mit den Deutschen den Kreuz-zug beschlossen, aber den Seeweg eingeschlagen hat-ten und in Sicilien so lange verweilt waren. Ptolc-mais ward nun zwar erobert, aber unter den beidenKönigen brach Uneinigkeit aus. Philipp Augustkehrte mit seinen Vasallen wieder nach Europa zu-rück, und obwohl Richard immer noch ein sehr zahl-reiches und tapferes Heer behielt, mit dem er 1192dem bisher unbesiegten Saladin in der blutigenSchlacht bei Askalon eine bedeutende Niederlage bei-brachte, so hinderte doch die Unzufriedenheit des ei-genen Heeres ihn, diesen Sieg zu benutzen und zudem so nahen Jerusalem hinzuziehen, welches indeßSaladin aus Furcht vor den Kreuzfahrern mit gro-ßem Eifer durch neue Mauern und Bollwerke undtiefe Graben befestigt hatte. Richard schloß einenVertrag mit dem Sultan und kehrte zurück. Undso endete auch dieser Kreuzzug, zu dem so bedeutendeKräfte verwandt worden waren, ohne daß doch dergeringste Vortheil dadurch den Christen zu Theilgeworden wäre.
Ein neuer Krcuzzug, den Kaiser HeinrichVI.von Deutschland 1195 veranstaltete, den er aberselbst nicht begleitete, hatte einen glücklichen Anfang;man drang bis Joppe vor, aber Unentschlosscnhcitund Zwietracht der Fürsten und endlich der 1197erfolgte Tod des Kaisers vereitelte wiederum dieBefreiung Jerusalems.
Abermals ließ der Papst Jnnocens III. 1198einen Kreuzzug predigen, was auch ein großes Heerauf die Beine brachte. Jedoch vergaßen die Kreuz-