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Jerusalem, wie es war und wie es ist, oder seine Geschichte und sein jetziger Zustand : nebst e. Grundr. von Jerusalem
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Abendlandern nach Jerusalem hin, ja es warenselbst Edle und Fürsten, die in großen Zügen alsPilger diese in ihren Augen verdienstlichen Wall-fahrten antraten. Jedoch um so mehr verbreitetesich nun auch durch die Rückkehrcnden der Ruf vondem furchtbaren Druck, der auf den Christen unddem h. Lande ruhte.

Da zog auch Peter von Amiens, derEremit genannt, im Jahre 1093 und 1094 alsPilger nach Jerusalem, und im tiefsten Unwillenüber die schmachvolle Behandlung der Christen dortvon Seiten der Türken, eilte er zurück, die Völkerdes Abendlandes zum Beistand ihrer unterdrücktenBrüder im h. Lande zu bewegen. Der Papst Urbanll. sanktionirte sein Vorhaben und nun durchreisteer Italien und Frankreich, überall mit hinreißenderBeredsamkeit von seinem Esel herab den Krcuzzugzum h. Grabe predigend. Der Papst selbst betriebauf den zahlreich besuchten Kirchenversammlungenzu Placentia und Clermont 1095 und 1096 dieseSache, und wie von heiligem Wahnsinne ergriffen,rüsteten Völker und Fürsten sich zum Zuge in's h.Land. Gott will es haben! war ihre Losung; einrothes Kreuz, auf die Schulter geheftet, ihr Abzei-chen. Das erste Heer brach auf der Stelle aufunter Peter von Amiens und einem französischenRitter Walthcr, mit dem spöttischen Zunamen vonHabenichts; aber da es ohne Disciplin und ohnegehörige Ausrüstung war, so wurde es, sobald esvon Constantinopel her Kleinasien betrat, von denTürken im Jahre 1097 vernichtet. Ein besser ge-rüstetes Heer von 90,000 Mann unter ordentlichenKriegsführern drang im Herbst 1097 nach vielenHindernissen bis Äntiochia vor; sie nahmen imSommer 1098 nach einer langen Belagerung dieseStadt ein, wurden aber durch Zwiespalt und llnent-