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Jerusalem, wie es war und wie es ist, oder seine Geschichte und sein jetziger Zustand : nebst e. Grundr. von Jerusalem
Entstehung
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dirten. Jerusalem lag verödet da; vielleicht, daß umdie militärische Besatzung her sich einzelne Juden so-wie auch Christen auf den Trümmerhaufen anbau-ten. Natürlich mußte bei solch einem Anblick ihrereinst so herrlichen Stadt den Juden das Herz blu-ten, und indem sie nun, überallhin zerstreut, demallgemeinen Haß der Heiden sich preisgegeben sahen,erwachte in ihnen die bitterste Rache gegen ihre Dran-gcr, die Römer. Hin und wieder erhoben sie sich.Besonders brach unter dem Kaiser Trajan im Jahre115 in Cyrenaica, das an der nordafrikanischcn Küstewestlich von Aegypten lag, ein blutiger Aufstandaus, der nur mit großer Heeresmacht gedampft wer-den konnte. Furchtbarer aber war noch der Auf-ruhr, der unter dem Nachfolger Trajan's, dem KaiserAelius Hadrianus, in Palastina selbst entstand.Derselbe hatte nämlich auf seinen Reisen durch dieProvinzen seines Reiches bald die wichtige Lage deszerstörten Jerusalems erkannt und daher diese Stadtwieder aufzubauen befohlen. Dies geschah 131 n.Chr. Sobald aber der kaiserliche Beschluß, Aus-länder auf den Boden der h. Stadt zu führen, siezu einer römischen Kolonie zu machen, ja gar einenGötzentempel des capitolinischen Jupiters auf demMorija zu errichten, bekannt geworden war, da er-tönte das ganze Land von Aufruhr und Kriegesrü-stung. Ein Betrüger, der mit Bezug auf die Weissa-gung Bilcams 4 Mose 24, 17 19 Barcochbad. h. Sternen söhn sich nannte, stellte sich andie Spitze des Aufruhrs, und ein gelehrter, bei sei-nem Volk hoch angesehener Lehrer Rabbi Akibaerklärte ihn für den verheißenen Messias. Immergrößer ward der Aufstand, besonders da Hadrianihn anfangs gering achtete, und wuchs so, daß dieempörten Juden bald das ganze Land inne hattenund überall sich befestigten. Da endlich erwachte