der Kaiser aus seiner bisherigen Apathie, und umdas schon so weit um sich gegriffene Feuer desAufruhrs zu dampfen, mußte er seinen ausgezeich-netsten Feldherrn, Julius Severus, mit dem Kernseines Heeres hinsenden, dem es aber erst im Jahre135 gelang, durch Eroberung der Feste Bither(wahrscheinlich des alten Bcthhoron) in der NaheJerusalems, der Empörung Meister zu werden, inwelchem Kriege 580,00» Juden durchs Schwcrdtund viele Andere durch Hunger, Krankheit undFeuer umkamen und außerdem Unzahlige verkauftwurden. Jerusalem scheint aus seiner ersten Zer-störung sich noch nicht so weit wieder erhoben zuhaben, daß es in diesem Kriege eine bedeutendeRolle spielte. Wenigstens ist uns über seine Er-oberung durch die Juden und seine Wiedereinnähmedurch die Römer fast gar nichts berichtet. DieFolge dieses Aufstandes war übrigens die ganzlicheVerwüstung Judaas und daß Jerusalem von denRömern aufgebaut, obwohl in geringerein Umfange,als früher, nun Aelia Capitolina hieß, Acliavon dem Vornamen des Kaisers und Capitolinavon dem Jupiter Capitolinus, dessen Tempel undStatue auf dem Berge Morija aufgerichtet ward.Den übrig gebliebenen Juden ward es verboten,in Jerusalem zu wohnen; nur gegen eine bedeutendeAbgabe durften sie an einem bestimmten Tage imJahre die Stadt besuchen.
So endete denn das Gericht über Jerusalem,das mit der Zerstörung durch die Römer begann.Sie, die h. Stadt Jehovahs, war jetzt entweiht undvon den Heiden zertreten, denn nicht nur stand aufdem einst so heiligen Tcmpelberge der Tempel Ju-piters, in dessen Portal der Kaiser zur Schmachder Juden ein Schwein hatte aushauen lassen, son-dern auch auf der Statte, die spater für den Ort