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Jerusalem, wie es war und wie es ist, oder seine Geschichte und sein jetziger Zustand : nebst e. Grundr. von Jerusalem
Entstehung
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gemacht, daß man nicht hatte vermuthen sollen,eine Stadt habe da gestanden. Darauf zog Titusnach Rom, wo er mit seinem Bater einen prach-tigen Triumph feierte. Die gefangenen AnführerJohannes und Simon mußten ihn verherrlichen;Ersterer ward zu lebenslänglicher Gefangenschaftverurtheilt, Letzterer aber bei dem feierlichen Dank-opfer der Triumphatoren hingerichtet. Bei diesemTriumphe wurden auch die h. Tempelgefaße, sammtdem Gesetze der Juden, zur Schau herumgetragen,und dann in dem Friedenstempel, den Vcspasianerbaute, aufbewahrt. Spater sollen sie von denWandalen, die im I. 4SS unter ihrem Könige Gen-serich Rom plünderten, geraubt worden und aufihrem Zuge nach Afrika bei einem Schiffbruche zuGrunde gegangen sein. Eine andere Sage erzahlt,sie seien, in Afrika geblieben, bis der griechischeFeldherr Belisar das Vandalcn-Reich erobert unddie h. Gefäße nach Constantinopel gesandt habe;von dort habe der Kaiser Justinian sie nach Jeru-salem geschickt in die von ihm neu erbaute Kirche,wo sie aufbewahrt geblieben seien, bis spater diePerser sie geraubt hätten. *) Jetzt noch findet sichunter den alten Bauwerken Rom's ein Triumph-bogen, der nach der Inschrift vom römischen Senatund Volke zu Ehren des Kaisers Titus errichtetist. Auf seinen innern Wänden sieht man noch imBasrelief den goldenen Leuchter und andere h. Ge-rathe des Tempels abgebildet, wie sie zur Schaugetragen werden.

So endete die h. Stadt, die einst Gottzur Stätte Seiner Wohnung sich erwählt hatte!Denn ihre Kinder erkannten nicht die gnädige Heim-

*) S. Hoffmann's Geschichte Jerusalems in der Chri-stotcrpe. 1W9, S. 115.