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Jerusalem, wie es war und wie es ist, oder seine Geschichte und sein jetziger Zustand : nebst e. Grundr. von Jerusalem
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zogen sie durch die engen Gassen der Stadt. AlsTitus hineinzog, konnte er des Wunderns undStaunens über die Festigkeit der Stadt und ihrerThürme sich nicht enthalten. „Wahrhaftig, rief eraus, wir haben mit Gottes Hülfe gesiegt, Gott hatdie Juden aus diesen Bollwerken vertrieben, dennwas vermöchten Menschenhände und Maschinen ge-gen solche Steinmassen

Als die Soldaten des Mordens müde waren,wurden von dem übrigen Volke Alle hingerichtet,die zur Aufrührer-Rotte gehört hatten, nur Einigevon schöner Gestalt wurden zum Triumphe aufbe-wahrt. Von den Ucbrigen wurden die unter 17Jahren öffentlich verkauft, ,und die alter waren, zurZwangsarbeit in die ägyptischen Wergwerke gesandt,oder sonst in die Provinzen zerstreut; auch wurdenViele zu den bei den Römern üblichen Fechtcrspie-len verwandt, wo sie ihren Tod fanden. Alleinwährend dieser Vertheilung starben noch 12,000 vonihnen am Hungertode. Die Summe aller Gefan-genen während des ganzen Krieges giebt Josephusauf 97,000, und die der Todten, wahrend der Be-lagerung allein auf 1,100,000 an, welche großeSumme darin ihre Erklärung findet, daß, wie obenbemerkt, zum Passahfcste eine große Menge Volkesnach Jerusalem gekommen war.

Für die römischen Soldaten gab es nun inJerusalem nichts mehr zu morden und zu plündern;da befahl ihnen Titus, die Stadt und den Tempelzu schleifen und nur die 3 Thürme Hippicus, Pha-sael und Mariamne stehen zu lassen, zum Beweis,welch eine feste Stadt es gewesen, die römischeTapferkeit eroberte. Auch ward ein Theil der west-lichen Stadtmauer stehen gelassen, die der dort blei-benden römischen Besatzung zum Schutz dienensollte. Das Ucbrige ward dem Boden so gleich