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Jerusalem, wie es war und wie es ist, oder seine Geschichte und sein jetziger Zustand : nebst e. Grundr. von Jerusalem
Entstehung
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Auf den rauchenden Trümmern des Tempels pflanz-ten die Legionen ihre Adler auf und opferten ihnenund begrüßten den Titus mit lautem Jubel alsImperator. Nun wandten sie sich gegen die übri-gen Theile der Stadt, die von den Juden nochbesetzt waren. Eine Unterredung, die Titus mitden Hauptern des Aufruhrs, mit Simon und Jo-hannes hielt, hatte keinen Erfolg, indem sie freienAbzug verlangten, wahrend Titus ihnen nur unterder Bedingung einer Uebergabe auf Gnade undUngnade das Leben zusicherte. Nun entspann sichaufs Neue der Kampf. Die untern Theile derStadt wurden angezündet, da zogen sich die Auf-rührer in die obere Stadt, auf den Zion zurück,wo bei großen Schwierigkeiten des Terrains neueBelagcrungswerke angelegt werden mußten. Kaumaber waren dieselben nach 18 Tagen vollendet, sobegann der Angriff. Jedoch plötzlich überfiel dieAufrührer Angst und Schrecken. Sie stiegen vonihren festen, mit Gewalt fast uneinnehmbaren Thür-men herab und als sie vergeblich den Ausweg ausder Stadt durch die römische Einschließungsmaucrsich hatten erzwingen wollen, versteckten sie sich inunterirdische Gange, die sich mit Leichen füllten.Die Römer drangen dahinein, nach den dort ver-steckten Schätzen suchend, und fanden da unter An-dern auch den Johannes von Gischala, der sichihnen jetzt ergab. Auch Simon von Gerasa hattesich mit Lebensmittel dorthin geflüchtet, ward aberdurch den Hunger endlich genöthigt, herauszukom-men und ward sammt Johannes und 700 andernJuden von den Römern zur Verherrlichung desTriumphes aufbewahrt. Es war der 8. Septbr.,als die Römer auch in die obere Stadt drangenund so die Eroberung des ganzen Jerusalems vol-lendeten. Plündernd und mordend ohne Schonung,