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retten könne. Aber kaum war er hinausgegangen,um Befehle zum Einhalt zu geben, legte Einer dermit hineingedrungcnen Soldaten hinter seinem RückenFeuer unter die Thürangeln; die Flamme prasselteempor, Titus mußte sich zurückziehen und so wardder Tempel wider seinen Willen ein Raubder Flammen. An demselben Tage verbrannteer, an dem Nebukadnezar den ersten Tempel zerstörthatte.
Nun aber schien in dem Feuer des h. Gebäu-des auch alle Barmherzigkeit, alle Schonung ihrEnde erreicht zu haben. Kinder, Greise, Priesterund Volk wurden ermordet, Wehrlose ebenso, wieBewaffnete. Der ganze mit Leichen bedeckte Tem-pelberg stand in Flammen; Blut strömte hinab.Siegsgeschrei der Römer, Geschrei der Aufrührer,die von Feuer und Schwerdt umzingelt waren,Jammergeschrei des Volkes mischte sich auss Ent-setzlichste mit dem Geprassel der Flammen. Un-säglich aufgehäufte Tempelschätze verbrannten oderwurden geplündert, und die römischen Soldaten warenso von Beute beladen, daß das Pfund Gold inSyrien zu der Zeit bis zur Hälfte seines Werthesherabsank. Die übrigen Tempelhallen wurden alleangezündet. Auf einer hatten 6000 Weiber undKinder sich geflüchtet, da ein Lügenprophet ihnengesagt, Gott befehle ihnen, auf die Höhe des Tem-pels zu steigen, dort würden sie Zeichen der Erret-tung schauen. Betrogen durch den Propheten, blie-ben sie auf den brennenden Hallen und kamen Alleum. Auf einen andern Theil der Tempelmauerhatten sich jüdische Priester geflüchtet, stiegen aber,vom Hunger getrieben, am bten Tage herab undbaten um Gnade. Allein Titus erwiederte ihnen,daß die Gnadenzcit nach Verbrennung des Tem-pels vorüber sei und befahl sie Alle hinzurichten. —