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Jerusalem, wie es war und wie es ist, oder seine Geschichte und sein jetziger Zustand : nebst e. Grundr. von Jerusalem
Entstehung
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Frieden angeboten habe, darum aber nun auch einsolcher Grauet nur mit den Trümmern einer Stadtbedeckt werden sollte, die nicht werth sei, daß dieSonne sie fürder bescheine.

Rasch eilte er, dieses sein Strafurtheil auszu-führen. Am 10. August, als die Hallen niederge-brannt waren und Titus seinen Legionen dadurchden Eingang in die innern Vorhöfe des Tempels -verschafft hatte, befahl er zu löschen. Denn immernoch war sein fester Entschluß, den Tempel zu ret-ten, indem er es für der Römer eigenen Schadenhielt, wenn das Heiligthum, das eine Zierde desReiches sein werde, untergehe. „Aber Gott hatteden Tempel langst zum Feuer verdammt," sagt Jo-sephus. Bei einem neuen Gefechte drangen dieRömer bis zum Tempelgebaude selbst hinauf. Danahm ein römischer Soldat einen Feuerbrand vonden brennenden Hallen und von einem Kameradenemporgehoben, warf er ohne Scheu, wie von einerhöhern Macht getrieben, den Brand durch die gol-dene Thüre, welche auf der Nordseite nach den Ge-machern am Allerhciligsten führte. Als die Flammeaufloderte, erhoben die Juden ein Jammergeschreiund eilten mit der größten Anstrengung zur Ver-theidigung herbei. Titus befahl freilich, sobald erdas hörte, den brennenden Tempel zu löschen, abersein Commandowort verhallte in dem furchtbarenGetöse des Kampfes, der sich dort entsponnen hatte;die Wuth der römischen Soldaten kannte jetzt keineSchonung mehr. Ein entsetzliches Gemetzel entstand.Titus selbst ging in das brennende Gebäude hineinund hatte noch die Hoffnung, da nur erst dasAeußere brannte, daß er das Innere des Tempels,dessen Pracht und Schönheit er bewunderte, noch

*) Josephus a. a. O. VI, z, 4. s.