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Jerusalem, wie es war und wie es ist, oder seine Geschichte und sein jetziger Zustand : nebst e. Grundr. von Jerusalem
Entstehung
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Ueberläufer hätten Gold im Magen. Syrer undAraber schnitten jetzt den Flüchtlingen den Bauchauf und suchten nach Schätzen, so daß in EinerNacht ihrer 2000 auf diese jämmerliche Weise um-kamen, bis daß Titus, sobald er es hörte, empörthierüber, diesem Frevel Schranken setzte.

Nach vielen blutigen Gefechten wurde endlichdie Burg Antonia von den Römern erobert undgeschleift. Die Juden setzten sich in dem Tempelfest und stellten ihre Wurfgeschosse über den Tem-pelthüren auf, so daß der Tempel einer mit Leichenumgebenen Festung glich. Vergeblich war eine noch-malige Unterredung des Josephus mit den Aufrüh-rern, wo er ihnen unter der Bedingung der Ueber-gabe Verzeihung von Seiten des Titus anbot,damit nur der Tempel verschont bleiben möchte. Ver-geblich war es, daß Titus selbst ihnen zurief: „Ichnehme meine vaterländischen Götter, ich nehme dashöhere Wesen, das einst auf diesen Ort herniedersah, —denn jetzt, glaube ich, geschieht es nicht mehr —ich nehme mein Heer und die Juden bei mir undEuch selbst zu Zeugen, daß nicht ich es bin, der zusolchen Gräueln Euch zwingt. Sobald Ihr einenandern Kampfplatz wählt, wird kein Römer das Hei-ligthum betreten, noch weniger es verhöhnen. DasAllerheiligste will ich Euch retten, selbst wenn Ihrnicht wollt." *) Aber auch diese Worte verhallten,ohne die geringste Wirkung bei den Aufrührern her-vorzubringen. Da begann aufs Neue und zwarzuerst in der Nacht der Angriff der Römer gegenden Tempel. Seine nordwestliche Halle ward zuerstverbrannt, dann die westliche, unter deren Trüm-mer durch eine List der Juden viele Römer umka-men, und endlich die nordöstliche.

*) Josephus a. a. O. VI, 2, 4.