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Schußweite mit seinen unglücklichen Volksgenossenauf der Mauer hielt, um sie zum Frieden zu bewe-gen; sie schössen auf ihn und lehnten alle Vermitt-lung ab. Aber zugleich war ein wüthenderer Feindschon in die Stadt hineingedrungen, der Hunger,der vollends alle Bande der Zucht und der Ord-nung löste. Die Aufrührer drangen in die Hauserhinein, plünderten sie und schonten dabei wederAlter noch Geschlecht. In der Verzweiflung suchtenViele auf den Feldern nach Lebensmittcln, wurdenaber ergriffen und Titus ließ, die er so mit denWaffen in der Hand ergriff, Angesichts der Stadt,zuweilen 500 und drüber an Einem Tage, an'sKreuz schlagen, so daß es zuletzt an Holz zu Kreu-zen gebrach. Welch buchstäbliche Erfüllung jenesMordgeschrei's: Sein Blut komme über uns undunsere Kinder! Matth. 27, 25.
Die nach 17 Tagen vollendeten Bcla^erungs-wälle wurden durch die wüthenden Ausfälle derJuden zerstört, so daß Titus die ganze Stadt durcheine umhergezogene Mauer einschließen ließ (Luc.19, 43), um sie so sicher aushungern zu können.Der Hunger wüthete nun noch schrecklicher, dieStadt füllte sich mit Leichen, deren Viele über dieMauern hinab in die Schluchten geworfen wurden.Vom 14. April bis 1. Juli zahlte man allein115,880 Todte, die aus Einem Thore herausgetra-gen waren. Da wagten es doch endlich Viele, zuden Römern überzugehen. Aber Manche dieserUeberläufer starben, indem sie ihren Heißhunger zugierig stillen wollten, Andere kamen noch auf eineschrecklichere Weise um. Die syrischen Hülfstrup-pen des Titus hatten nämlich einen Juden getrof-fen, der in seinem Koth Goldstücke aufsuchte, dieer, um sie zu sichern, verschluckt hatte. Schnellverbreitete sich im Lager das Gerücht, die jüdischen