Von der Thüringer Heydenthum:c . 171
Von einem in Thüringen ohnweit Ordorfs auf einem Berge gele-genen Gotten -Tempel, welcher dein Abgott Thor soll gewidmet gewesenseyn, will ich aus H. Johann Bernhards Hellers Sammlungen alt undneuer Merkwürdigkeiten aus der Landgrafschafft Thüringen, p. 459.folgendes mit einrücken: ,.Dieses ist mehr als zu gewiß, daß ohnweit Ghr-„dorff, zu Anfang des Thüringer-Waldes, und zwar auf dem heut zu Ta-„ae also genannten Schloß-Berge, ein berühmter Götzen-Tempel gestan-,,den, welcher dem Thüringischen Abgott Dor geweyhet gewesen. Es ist,,zwar eine i^ ?.äicic)li, daß auf diesem Berge ein Schloß gestanden hätte,,,man kan aber davon in denen monumemis nicht die geringste,,
Spur finden; Hingegen sind auf solchem Berge noch solche Merckmahle,,vorhanden, woraus man, daß auf selbigem ein Heydnischer Götzen-Ten:-,,pel gestanden, nicht undeutlich abnehmen kan. Der^mkor fähret hiervon,,fort, und schreibet Nor. (*) weiter also: Am 22.^.1727. habe ich diesen,,Schloß-Berg, in Gesellfchafft zneines guten Freundes, des Schul-LoileAT,,Herrn Johann Christian Happens, selbst besehen, und ihn folgender Ge-„stall befunden: Er lieget, wenn man auf denselben, von Ordorfs aus, ge-hen will, nach Mittage zu ohngefähr eine halbe Stunde von der Stadt,,uud ist von ziemlicher Höhe. Wir nahmen in denen Wiesen - Rödern,,,gegen den Hörlings-Brunn über, den Weg hinauf, da man denn erstlich,,über schöne und anmuthige, auf solchem Berge zu Aistang desselben gele-,)gene Wiesen gehet, und von selbigen, ehe man ins Holtz kommt, so auf,diesem Berge befindlich, einen vortrefflich schönen kosten, in die unten,,gelegene Thaler, worinnen einige Teiche, und in die mit Holtzung bewach-,,fene Berge hat. Wo das Holtz auf diesem Schloß-Berge angehet, ver-„lieret sich nach und nach solcher anmuthige kröchet. Ich habe auf selbi-,,aem vielerlei) Gattungen Holtz angetroffen, nemlich: Eichen, Buchen,,,Tannen, Fichten, Kiffern, Bircken,Eber Aeschen, und Hasel-Stauden.,,So giebt es auch allerhand Beere auf selbigem, nemlich: Kratz-Beer,,,schwartze Beer und Mehl Beer. So haben wir auch Schwämme von„gan tz ungemeiner Grösse auf selbigem angetroffen. Oben auf der Spitze,,desselben habe ich von . ucleridus nichts gefunden, als einen Graben, wel-„cher auf der einen Seite noch gantz deutlich Zu sehen, welcher wohl um den,,gantzen Berg herum mag gegangen seyn, aber aufdenen anderen Seiten,,sehr zerfallen und mit Schutt angefüllet ist, dergestalt, daß wenig Spu-„een mehr davon anzutreffen. Der Berg ist oben, an denen meisten Or-„
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